Frisör Andreas Reetz im Frisörsalon
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Im leeren Geschäft: Andreas Reetz beteiligt sich an einer Petition, die fordert, die Friseursalons schnellstmöglich wieder zu öffnen.

15.000 Unterstützer

Lockdown lässt Schwarzarbeit in Friseurbranche steigen - Petition fordert Öffnung

  • Bianca Munker
    vonBianca Munker
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Während des Lockdowns ist Schwarzarbeit ein großes Thema in der Friseurbranche. Eine Petition setzt sich nun für die Öffnung der Salons ein.

Friseurmeister Andreas Reetz führt zwei Salons in der Recklinghäuser Altstadt. Beide haben wegen des Lockdowns seit Wochen geschlossen. Und dennoch bekommt er täglich Anfragen auf sein Handy: „Kannst du nicht mal auf einen Kaffee rumkommen...?“ Bei diesen Angeboten geht es nicht um ein Heißgetränk in gemütlicher Runde, sondern um Schwarzarbeit.

„Alleine heute habe ich vier Nachrichten über Instagram und zwei telefonische Anfragen bekommen“, sagte der Friseurmeister am Mittwoch. Schwarzarbeit sei weitverbreitet in der Branche. In Zeiten des Lockdowns blühe sie noch mehr. Andreas Reetz lehnt verbotene Arbeit strikt ab. „Erstens mache ich mich damit strafbar, zweitens bekommen wir die Ansteckung sonst nicht in den Griff.“

Online-Petition findet in Recklinghausen Unterstützung

Gemeinsam mit seinem Kollegen Manfred Wilms, der einen Salon in Hochlar betreibt, beteiligt sich Andreas Reetz an einer Online-Petition mehrerer Friseure. Inzwischen hat sie schon mehr als 15.000 Unterstützer gefunden. Sie richtet sich an den Petitionsausschuss des Bundestags.

Diese fordert: „Öffnet so schnell wie möglich die Friseursalons!“ Die Argumente dahinter: In den professionellen Betrieben seien die Kunden sicher, Hygienemaßnahmen würden eingehalten und die Rückverfolgung dokumentiert. Zudem gab es eine Maskenpflicht. Im Badezimmer der Kunden, in denen sie sich von Friseuren „schwarz“ bedienen lassen, sieht das mutmaßlich anders aus.

Gestylte Fußballprofis sorgen für Diskussion

In der gesamten Branche sind rund 240.000 Mitarbeiter deutschlandweit tätig. Andreas Reetz vermutet: „Wenn der Lockdown weitergeht, arbeitet bald die Hälfte schwarz.“ Für öffentliche Diskussion sorgten kürzlich perfekt gestylte Fußballprofis. Reetz schmunzelnd: „Scheinbar haben viele Fußballer Ehefrauen, die ausgebildete Friseurinnen sind...“ Sollten seine Angestellten unter der Hand zu Schere oder Farbpinsel greifen, erwartet sie die Kündigung. Fristlos. Mehr dazu gibt es im E-Paper.

Nach zwei Corona-Ausbrüchen im Elisabeth-Krankenhaus in Recklinghausen arbeitet die Klinik weiter im Notbetrieb. Die Zahl der Infizierten ist gestiegen, die Abteilungen werden systematisch heruntergefahren, berichtet der ärztliche Direktor Dr. Oliver Müller-Klönne.

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