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Ein Obdachloser muss sich seit Mittwoch vor dem Bochumer Schwurgericht verantworten.

Prozessauftakt

Mann wird grausam gefoltert, gefilmt und verblutet - Angeklagter schweigt vor Gericht

Am 10. April vergangenen Jahres ist eine Männerleiche in einer Mietwohnung im Paulusviertel entdeckt worden. Ein Tatverdächtiger steht nun vor Gericht.

  • In einer Wohnung in Recklinghausen ist eine Männerleiche gefunden worden
  • Ein Obdachloser steht in Bochum vor Gericht
  • Mit einem Urteil ist im September zu rechnen

Nach dem Fund einer grausam gefolterten Männerleiche im vergangenen Jahr in einer Mietwohnung im Paulusviertel ist am Mittwoch der Prozess vor dem Bochumer Schwurgericht eröffnet worden. 

Zum Prozessauftakt wurde ein dringend tatverdächtiger Obdachloser durch ein Handyvideo, das den Todeskampf des späteren Opfers dokumentiert, schwer belastet. Der mutmaßliche Mörder berief sich vor Gericht auf sein Schweigerecht.

Recklinghausen: Angeklagter soll Tötung gestanden haben

Vor dem Fund des Opfers am 10. April 2019 hatte sich der aus Russland stammende Angeklagte häufiger als Mitbewohner in der Wohnung des späteren Opfers (33) an der Hohenzollernstraße aufgehalten. DNA-Spuren in unmittelbarer Nähe der Leiche und die Angaben einer Zeugin, der er angeblich die Tötung gestanden haben soll, hatten ihn schnell zum Hauptverdächtigen gemacht.

Eine Spezialeinheit der Polizei konnte den 40-Jährigen am 16. April, 2019 festnehmen. In seiner Jackentasche befand sich ein Handy, bei dessen Auswertung die Ermittler auf zwei Videos mit Zeitstempeln vom 7. April (18.46 und 18.50 Uhr) stießen. Sie zeigen mit hoher Wahrscheinlichkeit die letzten Minuten des späteren Opfers. 

"Ich kann nicht mehr. Ich werde jetzt verrecken“

Eine Dolmetscherin übersetzte den russischen Dialog zwischen einem filmenden und einem gefilmten Mann. „Du Schweinehund hast versucht mich zu verar....", sagt demnach der filmende Mann. „Entschuldige bitte. Bitte ruf‘ einen Krankenwagen. Ich kann nicht mehr. Ich werde jetzt verrecken“, lautete die Antwort des am Boden liegenden Gefilmten – dem späteren Todesopfer. 

Die extrem verwaschene Aussprache des 33-Jährigen deutet darauf hin, dass er offenbar zu diesem Zeitpunkt bereits völlig entkräftet gewesen ist. 

Angeklagter soll Opfer aus Recklinghausen zu Tode gequält haben

Der angeklagte Obdachlose soll den Wohnungsmieter bei einem Streit um die Preisgabe eines Drogenverstecks zu Tode gequält haben. Laut Mordanklage wurde der 33-Jährige mit einem Antennenkabel an den Händen gefesselt. Danach soll dem Mann mit der heißen Glühbirne einer Stehlampe das Gesicht verbrannt und immer wieder mit dem Sockel der Lampe brutal auf ihn eingeschlagen worden sein.

Nach Angaben der Staatsanwaltschaft war das Opfer von offenen Trümmerbrüchen gezeichnet und letztlich verblutet. Der 40-Jährige soll nach der Tötung Geld, Drogen und ein Handy mitgenommen haben und untergetaucht sein. Die Anklage lautet auf Mord und Raub mit Todesfolge. Mit einem Urteil ist wohl erst im September zu rechnen.

Von Werner von Braunschweig

Zuletzt war ein Obdachloser aus Recklinghausen wegen 0,01 Gramm Marihuana in die Schlagzeilen geraten. Nach einem Albtraum-Überfall auf eine Seniorin ist ein Täter zu einer langjährigen Haftstrafe verurteilt worden. Wegen eines mutmaßlichen Behandlungsfehlers bei einer Geburt war das Prosper-Hospital auf Schmerzensgeld verklagt worden.

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