Der Prozess findet vor dem Landgericht Essen statt.
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Der Prozess findet vor dem Landgericht Essen statt.

Landgericht Essen

Millionen-Coup mit falschem Geldtransporter: Bis zu zwölf Jahre Haft - Angeklagte aus Recklinghausen und Marl

  • Jörn Hartwich
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Mit einem umlackierten Geldtransporter gelingt ein Millionen-Coup. Jetzt sind die Urteile gesprochen worden. Zwei Angeklagte kommen aus Recklinghausen und Marl.

  • Nach dem Millionen-Coup mit einem falschen Geldtransporter ergingen die Urteile.
  • Zwei Tatverdächtige kommen aus Marl und Recklinghausen
  • Die Bande soll rund 1,8 Millionen Euro erbeutet haben

Update, 25. Mai, 15.11 Uhr: Nach einem Millionen-Coup mit einem falschen Geldtransporter hat das Essener Landgericht am Montag (25. Mai) bis zu zwölf Jahre Haft verhängt. Kopf der sogenannten Geldtransporter-Bande soll ein 25-jähriger Mann aus Recklinghausen gewesen sein. Die Ex-Freundin des Haupttäters kam mit einer einjährigen Bewährungsstrafe davon.

Geholfen haben den Tätern die Insidertipps eines echten Mitarbeiters einer Sicherheitsfirma. Er hatte vor Gericht ein Geständnis abgelegt und galt im Prozess als Kronzeuge. Gegen den 44-jährigen Deutschen wurden drei Jahre Haft verhängt. Die deutschen, spanischen, pakistanischen und guineisch-italienischen Täter sollen in Dortmund außerdem einen Geldtransporter und in Werne einen Geldautomaten geplündert haben - jeweils mit einem Nachschlüssel. 

Außerdem ging es im Prozess um weitere Diebstahls- und Raubtaten - unter anderem auf eine Juwelierin aus Mönchengladbach. 

Die Beute wurde dann mit vollen Händen ausgegeben. Im Prozess war von Goldbarren, Luxus-Limousinen, Traumurlauben auf den Malediven und sündhaft teuren Markenuhren die Rede. Die Gesamtbeute der Angeklagten soll sich auf rund 2,8 Millionen Euro belaufen. 


Update, 25. Mai, 7.30 Uhr: Im Prozess um einen spektakulären Millionen-Coup mit einem falschen Geldtransporter sollen am Montag (13.30 Uhr) die Urteile gesprochen werden. Die Staatsanwaltschaft hat am Essener Landgericht bis zu elfeinhalb Jahre Haft beantragt.

Vier der insgesamt sieben Angeklagten sollen sich im Dezember 2017 in den Besitz der Einnahmen einer Supermarktkette in Gronau gebracht haben. Dazu war ein Lieferwagen umlackiert und mit Magnetfolie in einen Geldtransporter verwandelt worden. Die Beute belief sich auf rund 1,8 Millionen Euro. Vor Gericht geht es noch um weitere Diebstahls- und Raubtaten.

Was wir bisher berichtet haben (15. Oktober 2019):

Die Täter waren als Geldboten verkleidet, ihr Fahrzeug war die perfekte Nachbildung eines Geldtransporters: Zwei Jahre nach einem spektakulären Millionen-Coup hat in Essen der Prozess um einen trickreichen Raubzug in Gronau begonnen. Dabei wurden in einem Supermarkt 1,8 Millionen Euro erbeutet.

Zum Prozessauftakt hat einer der Angeklagten bereits ein kurzes Geständnis abgelegt. Der 45-Jährige war zur Tatzeit Mitarbeiter eines Sicherheitsdienstes und soll seine Komplizen mit Insiderwissen versorgt haben. "Die Vorwürfe treffen zu", sagte sein Verteidiger Hans Reinhardt.

Angeklagte kommen aus Recklinghausen und Marl

Laut Anklage hatten die Täter einen weißen VW-Transporter umlackiert und mit Magnetfolien in einen vermeintlichen Geldtransporter verwandelt. Die Nummernschilder waren Dubletten eines tatsächlich existierenden Kennzeichens. Der Mitarbeiter des beraubten Supermarktes witterte keinen Verdacht.

Mit diesem umlackierten Transporter soll die Bande ihren Millionen-Raub begangen haben.

"Das war schon fast hollywoodreif", so Reinhardt am Rande des Prozesses. Die sechs weiteren Angeklagten aus Recklinghausen, Marl, Köln und Wachtberg bei Bonn haben sich noch nicht zu den Vorwürfen geäußert. Sie sollen in wechselnder Beteiligung auch für weitere Taten verantwortlich sein.

Das Essener Landgericht hat für den Prozess noch 19 Verhandlungstage bis zum 19. Dezember 2019 vorgesehen.

Der Coup von Gronau hatte 2017 großes Aufsehen erregt.

mit dpa-Material

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