Justizzentrum Bochum, Ostring, neuer Sitz von Landgericht, Amtsgericht und Arbeitsgericht sowie Staatsanwaltschaft Bochum am 05.01.2018 . Foto: Thomas Nowaczyk
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Ein Mann aus Castrop steht seit Montag vor dem Landgericht Bochum.

Prozess nach Wohnungsbrand

Mutmaßlicher Brandstifter (34) spricht vor Gericht von einem Unfall

  • Jörn Hartwich
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Rund sechs Monate nach einem Wohnungsbrand an der Hochlarmarkstraße wird dem mutmaßlichen Brandstifter der Prozess gemacht. Zum Auftakt sprach er von einer Art Unfall.

Es war die Nacht auf den 6. Mai 2020, um kurz vor ein Uhr. Das Feuer war im Erdgeschoss eines Mehrfamilienhauses ausgebrochen. Als Brandherd wurde später das Bett im Schlafzimmer ausgemacht. Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass der Angeklagte eingebrochen ist und das Feuer gelegt hat. Die Wohnung gehörte seinem Nebenbuhler.

Der 34-Jährige ist noch immer davon überzeugt, dass ihm der Wohnungsinhaber die Freundin ausgespannt hat. „Ich weiß, dass die was miteinander hatten“, sagte er den Richtern. „Das steht in ihren WhatsApp-Nachrichten.“ An jenem Abend habe er die Sache deshalb endgültig klären wollen. „Von Mann zu Mann.“

Angeklagter will mit Zigarette eingeschlafen sein

Er sei in die Wohnung seines Bekannten, für die er einen Schlüssel besessen habe. Irgendwann habe er sich in dessen Bett gelegt und sei eingeschlafen – vollgedröhnt und mit einer brennenden Zigarette in der Hand. Von Brandstiftung könne also keine Rede sein. „Ich habe dann plötzlich gemerkt, dass es total heiß wird“, so der Angeklagte vor dem Bochumer Gericht. „Da bin ich ab durchs Fenster.“

Er will einen Nachbarn noch aufgefordert haben, den Notruf zu wählen. Gewartet hat er allerdings nicht. Die Polizei brauchte nicht lange, um seine Spur aufzunehmen. Am nächsten Tag ist der 34-Jährige festgenommen worden. Dass bei dem Wohnungsbrand niemand verletzt wurde, war Glück. Die Brandmelder hatten sofort angeschlagen, die Feuerwehr war schnell vor Ort.

Castroper sieht sich unschuldig

Neben der Brandstiftung geht es im Prozess am Bochumer Landgericht auch noch um einen Angriff mit einem Cuttermesser und um Gewalt gegen Polizeibeamte. Auch in diesen Fällen will der Angeklagte unschuldig sein. Hier sprach er von Notwehr.

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