Im Knappschaftskrankenhaus in Recklinghausen soll es zu den Übergriffen gekommen sein.
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Im Knappschaftskrankenhaus in Recklinghausen soll es zu den Übergriffen gekommen sein.

Richter verhängen Berufsverbot

Nach Missbrauchs-Urteil: Arzt kämpft zum dritten Mal um berufliche Perspektive

  • Werner von Braunschweig
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Nach zwei Verurteilungen wegen sexuellen Missbrauchs kämpft ein ehemaliger Arzt des Knappschafts-Krankenhauses nun beim Oberlandesgericht (OLG) Hamm um seine letzte Chance auf eine Perspektive.

Der Mediziner soll am 16. Juni 2019 gleich zweimal eine 18-jährige Patientin in einem Krankenzimmer im Knappschafts-Krankenhaus sexuell bedrängt haben. Zunächst soll er bei einer Bewegungsübung, wenig später auch beim Anlegen einer Infusionsnadel unsittlich die Nähe zu der Patientin gesucht haben. Die Belastungszeugin hatte berichtet, dass sich bei dem Arzt dabei für sie jeweils spürbar „in der Hose etwas getan hat“.

Amtsgericht in Recklinghausen verhängt Berufsverbot

Ende November 2019 verhängte das Schöffengericht in Recklinghausen eineinhalb Jahre Haft auf Bewährung, ein Schmerzensgeld von 3500 Euro, außerdem 150 Sozialstunden. Um vor möglichen weiteren Übergriffen des Mediziners zu schützen, ordneten die Richter (beschränkt auf weibliche Patienten) auch ein dreijähriges Berufsverbot an.

Die 15. Strafkammer am Bochumer Landgericht erhöhte anschließend in der Berufungsinstanz die Strafe sogar noch: Die Bewährungshaftstrafe wurde 1:1 bestätigt, statt 3.500 Euro Schmerzensgeld nun sogar 5.000 Euro festgeschrieben. Die Vorwürfe hatte der einschlägig durch Beschwerden von Patientinnen vorheriger Krankenhaus-Einsatzorte vorbelastete Mediziner bis zuletzt bestritten.

OLG Hamm entscheidet in dritter Instanz

Die bitterste Pille für den Arzt war jedoch, dass die Bochumer Richter das Berufsverbot nicht nur bestätigten, sondern auch sofort aktivierten. In dritter Instanz muss nun das Oberlandesgericht Hamm rechtlich über die mutmaßlichen Missbrauchs-Übergriffe entscheiden. Eine Beweisaufnahme findet dort nicht mehr statt. Mit Blick auf das vorläufige Berufsverbot hat das OLG zwischenzeitlich schon eine gewisse Richtung vorgegeben. In einem parallelen Beschwerdeverfahren wurde dieses zuletzt bestätigt. Ein Termin für die Revisions-Verhandlung steht noch nicht fest.

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