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Ruhrfestspiel-Intendant Olaf Kröck fand bei der Riga-Gedenkstunde auf dem jüdischen Friedhof in Recklinghausen die passenden Worte.

Jüdischer Friedhof

Scham und Trauer prägen Gedenkveranstaltung für  jüdische Opfer der Nationalsozialisten

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Seit 1948 wird am ersten Novembersonntag an die Juden aus dem Kreis Recklinghausen gedacht, die nach Riga deportiert und ermordet wurden. Antisemitismus ist auch heute ein Thema.

So viele Menschen wie nie hatten sich auf dem jüdischen Friedhof am Nordcharweg versammelt, um der Recklinghäuser Juden zu gedenken, die von den Nationalsozialisten vor 76 Jahren nach Riga deportiert und ermordet wurden. Ruhrfestspielintendant Olaf Kröck fand auf dem jüdischen Friedhof am Nordcharweg deutliche Worte: „Wir stehen hier auch, um Verantwortung zu übernehmen für unsere Gegenwart.“ Immer noch werde die Gefahr von rechts unterschätzt: „Es sind Faschisten, die sich zusammenrotten“, warnte der Intendant.

Viele Besucher zeigen ihre Solidarität in Recklinghausen

Der rechte Terroranschlag von Halle prägte die Gedenkstunde und war wohl auch trauriger Auslöser dafür, dass so viele Besucher ihre Solidarität mit der jüdischen Gemeinde zeigen wollten.   Zuvor hatte Landrat Cay Süberkrüb bekannt: „Ich schäme mich, dass ich über das Deutschland von heute reden muss.“

Sechs Kerzen für sechs Millionen ermordeter Juden

In der von RZ-Redaktionsleiter Jörn Tüffers moderierten Feier wurden zunächst sechs Kerzen für die sechs Millionen ermordeten Juden angezündet, die letzte von Rolf Abrahamsohn. Der 94-Jährige ist das letzte Mitglied der jüdischen Kultusgemeinde, das die Deportation und die folgenden grausamen, leidvollen Jahre in Konzentrationslagern überlebt hat. 

Die Jugend aus Recklinghausen hört aufmerksam zu

Zu den aufmerksamen Zuhörern gehörten auch Hittorf-Schüler der „iRespect-AG“. Sie versprachen, die Erinnerung an die Opfer des Nationalsozialismus wach zu halten: „Ausgrenzung und Antisemitismus sind in unserem Land bittere Realität. Wir wollen uns dagegen einsetzen.“

Nach dem Anschlag von Halle wurde der Polizeischutz vor der Synagoge in Recklinghausen verstärkt

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