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Das Gericht entscheidet über die Zukunft eines ehemaligen Arztes des Knappschaftskrankenhauses. 

Wiederholter Missbrauch

Ehemaliger Arzt und Familienvater soll 18-Jährige in Recklinghausen sexuell bedrängt haben

Ein ehemaliger Arzt des Knappschaftskrankenhauses soll eine junge Frau sexuell bedrängt haben. Der verheiratete Mediziner (37) aus Recklinghausen steht jetzt vor Gericht. 

Es geht auch um die berufliche Zukunft des Familienvaters. Denn er ist kein umbeschriebenes Blatt. Sicher ist: Schon 2018 gab es Ermittlungen mit nahezu deckungsgleichen Vorwürfen zweier Patientinnen (22 und 32).

Damals war der Angeklagte noch im St. Marien-Krankenhaus in Siegen angestellt. Die Missbrauchs-Verfahren wurden jedoch nach einem über seinen damaligen Anwalt erklärten Geständnis und einer Zahlung von 4500 Euro eingestellt.

Hand in den Schritt gelegt

Nach seinem Wechsel nach Recklinghausen soll es am 16. Juni erneut zu zwei Übergriffen gekommen sein. Die Polizei war damals sogar nachts erschienen. Eine 18-jährige Auszubildende bestätigte als Zeugin, dass der 37-Jährige sie an diesem Tag im Patientenzimmer zweimal massiv sexuell bedrängt habe.

Beim ersten Mal habe er sich mit offenem Kittel von hinten an ihr gerieben. „Ich habe sein erregtes Geschlechtsteil an meinem Hintern gespürt“, so die Zeugin. Drei Stunden später habe der neben ihr im Zimmer sitzende Arzt beim Anlegen einer Infusions-Kanüle ihre Hand immer wieder direkt in seinen Schritt gelegt. Die 18-Jährige: „Auch da habe ich gemerkt, dass sich in seiner Hose etwas tut.“ 

Beschuldigter spricht von „Missverständnis“

Der Arzt selbst ist sich jedoch keiner Schuld bewusst. Die Situation im Knappschaftskrankenhaus hatte er am fraglichen Abend bereits als „Missverständnis“ hingestellt und sich entschuldigt. Trotzdem wurde sein Vertrag aufgelöst.

Mit Blick auf einen „alten“ Vorwurf aus Siegen rückte der Angeklagte sogar von seinem Geständnis ab – und das, obwohl die Betroffene (32) ihn als Zeugin „hundertprozentig“ wiedererkannte. „Ich hatte damals gar keinen Dienst“, behauptete der Mediziner. Die Staatsanwaltschaft strebt neben einer Verurteilung auch ein Berufsverbot an. Das Schöffengericht will am 28. November zwei Zeugen hören und entscheiden.

Auch ein Tischler aus Recklinghausen musste sich wegen Missbrauch verantworten.

Der Missbrauch einer 13-Jährigen beschäftigte dasLandgericht. 

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