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Volles Festspielhaus: 430 geladene Besucher verfolgten das Geschehen im Saal Kassiopeia.

Wirtschaftsempfang im Festspielhaus

Bürgermeister fordert Kompromissbereitschaft

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RECKLINGHAUSEN - Mit 430 Besuchern verzeichnete die Stadt beim Wirtschaftsempfang im Festspielhaus am Freitagabend ein Rekordergebnis. Es ging um Shitstorms, die örtliche Lebensmittelwirtschaft und die Konkurrenz durch den Online-Handel.

Bürgermeister Christoph Tesche appellierte, bei allen Meinungsverschiedenheiten für Argumente offen zu bleiben und nicht auf bisweilen von allen Fakten gelöste Emotionen zu setzen. Hintergrund: Offenbar hat der Streit um den Fortbestand der Grünreich-Würstchenbude auf der Martinistraße manche Empörungswelle verärgerter Bürger in die Fraktionsbüros und Diensträume der Stadtverwaltung gespült. Der Bürgermeister sprach von einem „Shitstorm“ und einem möglichen Kompromiss.

Die städtische Pressesprecherin Corinna Weiß interviewte im Anschluss zunächst den Vize-Präsidenten der IHK Nord Westfalen und Recklinghäuser Spediteur Norbert Redemann. Er berichtete ebenso wie der neue Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Münster, Dr. Thomas Ostendorf, von guten Bilanzen und vollen Auftragsbüchern. Ostendorf warb angesichts steigender Studentenzahlen für handwerkliche Berufe. Auch die seien finanziell lukrativ: „Ein Meister verdient ähnlich viel wie ein Arzt und ein Geselle mehr als viele Bachelor-Absolventen.“ Spediteur Redemann berichtete von der verlorenen Fernfahrerromantik. Die bleibe zwischen den vielen Terminen, dem ständigen Ein- und Aussteigen auf der Strecke. In der nächsten Talkrunde stellten sich Recklinghäuser Unternehmer der Lebensmittelwirtschaft vor. Es ging auch um die Konkurrenz des Internet. „Wir merken, dass Absätze in manchen Bereichen wie Wein oder Konserven langsam abfließen“, bekannte Willi Kramer, der mehrere Rewe-Märkte mit 240 Mitarbeitern führt. „Doch wir halten mit unseren Tugenden dagegen.“ Dazu zählten freundliche und kompetente Mitarbeiter, Qualität, Sauberkeit und auch regionale Produkte.Fleischerei-Inhaber Christian Bäcker erwägt, einige Wurstwaren künftig auch online zu vertreiben. Und Ilhami Deluweit, der in der Altstadt eine Kaffeerösterei betreibt, ist vor dem Internet nicht bange: „Die Gespräche mit den Kunden im Geschäft und der Geruch sind nicht zu ersetzen.“

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