Altstadtmarkt in Recklinghausen
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Der Altstadtmarkt ist an einigen Tagen wie leergefegt.

„Weihnachtsstimmung im Keller“

Gastro-Branche sieht schwarz: Novemberhilfen kommen erst im Januar

  • Bianca Munker
    vonBianca Munker
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Viele Unternehmen, vor allem Gastwirte, die von der coronabedingten Schließung betroffen sind, benötigen dringend die „Novemberhilfen“. Auf die Gelder müssen sie aber noch warten.

Der Grund: Das Computer-Programm für die Auszahlung fehlt noch. Vermutlich kommt das Geld im Januar. „Das stellt für die meisten Kollegen ein riesiges Problem dar“, sagt Uwe Suberg, Sprecher des Gastgewerbeverbandes Dehoga. „Wir müssen in Vorkasse gehen für das Kurzarbeitergeld und die Fixkosten. Ich höre auch von Kollegen, dass die Immobilienbesitzer auf ihre Mieten bestehen.“

Leasingraten sind Belastung für Gastronomen in Recklinghausen

Eine große Belastung seien zudem Leasingraten beispielsweise für kostspielige Kassensysteme oder Küchenmaschinen. „In unserer Branche gibt es viele Leasinggeschäfte und die Raten laufen weiter, die kann man nicht stunden.“ Uwe Suberg verdeutlicht: „Wir haben schon zwei Monate Lockdown hinter uns. Viele meiner Kollegen sind auf das sogenannte Saalgeschäft angewiesen mit großen Familienfesten oder auch Weihnachtsfeiern. Das ist alles weggefallen.“

Uwe Suberg weiter: „Ich sehe schwarz für unsere Branche. Die Schlinge um den Hals zieht sich zu. Es wird dramatisch. Ein Drittel der Gastronomen gehen laut einer Umfrage davon aus, die Corona-Krise nicht zu überstehen.“ Wie sieht es bei dem Recklinghäuser Gastronomen (u.a. The Italian) derzeit aus? „Ich bin sparsam geblieben. Einen Monat stehe ich noch gut durch, dann wird es auch bei uns eng, denn wir haben in diesem Jahr bereits reichlich Federn gelassen.“

Lieferanten müssen auf Geld warten

Sein Gastronomie-Kollege Wladimir Paster, Inhaber von 1780 foodbar, sagt: „Es wird enger und enger, wir sind blank.“ Der Recklinghäuser erklärt: „Die Weihnachtsstimmung ist im Keller, die Mitarbeiter und die Lieferanten müssen noch länger auf ihr Geld warten. Und wir müssen mit offenen Forderungen ins neue Jahr starten.“ Immerhin habe Wladimir Paster bereits einen Abschlag der „Novemberhilfen“ erhalten. „Das Geld ist aber schon weg.“ Einen ausführlicheren Bericht lesen Sie in unserem E-Paper.

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