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Für eine Kleinstmenge Marihuana droht einem Recklinghäuser Obdachlosen eine Gefängnisstrafe.

Vorfall zieht vor das Gericht

Obdachlosem droht das Gefängnis wegen 0,01 Gramm Marihuana

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Kann er die angeforderte Geldbuße nicht zahlen, droht einem Recklinghäuser eine weitere Gefängnisstrafe.  Der Grund scheint lapidar.

  • Als Häftling in der JVA Remscheid rauchte der Obdachlose Peter S. aus Recklinghausen einen Joint. 
  • Ein einziger Krümel Marihuana könnte ihm nun zum Verhängnis werden. 
  • Nun erreichte ihn ein Strafbefehl. 

Es war ein einziger Joint, den derObdachlose Peter S. aus Recklinghausen vor zwei Jahren als Häftling in der JVA Remscheid geraucht hat. Eine Gefängniswärterin fand den Krümel schließlich in seinem Tabakbeutel und meldete den Vorfall. Folglich erreichte den Mann jetzt einen Strafbefehl. Der Krümel Marihuana könnte ihm zum Verhängnis werden, denn im Knast sind Drogen tabu.

Anders als außerhalb der Gefängnismauern gilt bei Drogen im Gefängnis null Toleranz. "Wer Straftaten im Gefängnis begeht, und das ist eben auch der Besitz einer noch so kleinen Menge, wird angeklagt“, sagt Oberstaatsanwalt Wolf-Tilman Baumert von der zuständigen Staatsanwaltschaft Wuppertal.

400 Euro Geldbuße oder 40 Tage Gefängnis

Deshalb soll Peter S. jetzt eine Geldbuße von 400 Euro zahlen, für ihn ein Ding der Unmöglichkeit. Kann er diese nicht aufbringen, drohen ihm 40 Tage Gefängnis.

Rechtsanwalt Jens Tuschhoff aus Oer-Erkenschwick findet das "völlig unverhältnismäßig" und hat bereits Einspruch gegen den Strafbefehl eingelegt. Er stellt die Frage, wie denn eine derart geringe Menge überhaupt zuverlässig gewogen werden kann.

Richter wird das Urteil fällen

Ob Peter S. tatsächlich eine weitere Gefängnisstrafe absitzen muss, wird ein Richter entscheiden. Denn selbst wenn die Strafzahlung rechtskräftig werden sollte und der Mann nicht zahlen kann, müsse dies keine Haftstrafe bedeuten, erklärt Oberstaatsanwalt Baumert. Bei Programmen wie „Schwitzen statt sitzen“ könne die Strafe auch abgearbeitet werden. „Aber nur, wenn man dazu in der Lage ist“, wendet Jens Tuschhoff ein.

In einem weiteren Fall klagt die Staatsanwaltschaft Bochum einen Obdachlosen (40) wegen Mordes an. Der Drogenabhängige soll einen 33-Jährigen in dessen Wohnung in Recklinghausen brutal getötet haben.

Der Fall Marvin K. beschäftigt nicht nur die Ermittler, sondern auch die Politik.

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