ADFC-Umfrage

Schlechte Noten in Sachen Fahrradfreundlichkeit

  • schließen

RECKLINGHAUSEN - Beim jüngsten Fahrradklima-Test des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs (ADFC) belegt Recklinghausen nur einen der hinteren Plätze. 193 Teilnehmer kamen zu einer Schulnote von 3,9.

Überwiegend vergaben die Umfrageteilnehmer die Noten drei und vier. Einzig im Bereich „Infrastruktur und Radverkehrsnetz“ gab’s mehr Punkte – weil aus Sicht der Radler das Stadtzentrum gut zu erreichen ist, etliche Einbahnstraßen in Gegenrichtung für sie geöffnet sind und zügiges Radfahren vielerorts möglich ist. Schwächen sehen die Umfrageteilnehmer, weil Falschparker auf Radwegen zu selten kontrolliert würden, weil Radler an Baustellen häufig absteigen müssten und weil es keine öffentlichen Räder gibt. Mängel bei Reinigung und Winterdienst auf Radwegen sorgten für Minuspunkte. Im Bundesvergleich der Städte mit 100.000 bis 200.000 Einwohnern reichte es so zu Rang 25 von 37 bewerteten Städten. Im NRW-Vergleich belegte Recklinghausen Platz neun von 13 Kommunen.

Für Rupert Seth, Sprecher der ADFC-Ortsgruppe, ist das Ergebnis keine Überraschung. „Viele Radwege sind von Wurzeln so angehoben, dass man eher reitet als fährt. Das würde man sich auf der Straße nie gefallen lassen.“ Von der früheren „Euphorie fürs Radfahren“ sei nicht mehr viel übrig. „Als wir 2003 in die ,Arbeitsgemeinschaft fahrradfreundlicher Städte‘ aufgenommen wurden, gab es eine Aufbruchstimmung. Doch mittlerweile ist nicht mal mehr die Stelle des Radverkehrskoordinators besetzt. Dabei ist es eine Frage des Willens: Möchte ich den Radverkehr voranbringen?“ Das Argument „Kein Geld“ ziehe nicht, „denn gute Radverkehrspolitik muss nicht viel kosten.“

Ein stetes Ärgernis sei, dass die Fußgängerzone nicht für Radler freigegeben werde. „Dafür gibt es keine vernünftigen Gründe“, so Rupert Seth. „Für eine fahrradfreundliche Stadt ist das unwürdig. In der Innenstadt schieben zu müssen, ist reine Schikane.“ Auch die fehlende Radstation am Hauptbahnhof ärgert Seth. „Wie kann es sein, dass Marl-Sinsen eine gute Station bauen kann, Recklinghausen es aber nicht hinkriegt?“ Sein Gesamturteil: „An vielen Ecken knirscht und hakt es noch.“

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Meistgelesen

Dieser Mann will 2020 den Hertener Bürgermeister Fred Toplak ablösen - mit Video-Interview
Dieser Mann will 2020 den Hertener Bürgermeister Fred Toplak ablösen - mit Video-Interview
Westerholter Sommerfest: Enttäuschung zum kleinen Jubiläum
Westerholter Sommerfest: Enttäuschung zum kleinen Jubiläum
Es summt und brummt - nur das Wetter spielt in Oer beim Honigertrag nicht immer mit
Es summt und brummt - nur das Wetter spielt in Oer beim Honigertrag nicht immer mit
Ein Hotel für seltene Brummer
Ein Hotel für seltene Brummer
Sieben Tore und eine Rote Karte im Lokalderby zwischen VfB und Oberwiese 
Sieben Tore und eine Rote Karte im Lokalderby zwischen VfB und Oberwiese 

Kommentare