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Auf dem Altstadtmarkt bot ein einziger Händler Blumen an.

Altstadt

Frühlingsfest mit Schwachstellen

RECKLINGHAUSEN - Viel Kritik gab es von den Besuchern für die Wochenend-Veranstaltung in der Innenstadt. Aber auch die Quartiersvertreter waren unzufrieden.

Es war nicht alles schlecht, aber es war beileibe auch nicht alles gut: Recklinghausen hat am Wochenende in der Altstadt ein Frühlingsfest gefeiert, aber viele Besucher glaubten sich offenbar im falschen Film. Wo immer man auch hinhörte in den vergangenen beiden Tagen: Die Menschen wollten Blumen, doch die gab es nur an einem einzigen Stand (auf dem Altstadtmarkt) zu sehen, und sie staunten über ein Wein- und Bierdorf auf dem Kirchplatz, das diesen Namen nicht verdient hatte.

Auch Bürgermeister Christoph Tesche sah sich zahlreichen Klagen ausgesetzt, die er zum Teil auch gut nachvollziehen konnte: „Wir haben hier eindeutig schon stärkere Feste erlebt. Mein Eindruck war, dass es schon einmal voller war, aber dass die Gastronomie guten Besuch hatte. Der Kirchplatz hat auch mir nicht gefallen, er gehörte sicherlich zu den Schwachstellen, über die sich die Quartiersvertreter nunmehr mit dem Veranstalter austauschen müssen.“

Die Händler werden in den nächsten Tagen zwecks Nachbesprechung die Köpfe zusammenstecken, und dabei dürfte vermutlich auch Klartext geredet werden. Denn der Frust auf die Agentur „Go Between“ aus Bochum, die als Veranstalter beauftragt wurde, sitzt tief. Niemand tritt bisher aus dem Schatten, aber hinter vorgehaltener Hand wird schon darüber gesprochen, dass die Agentur im Vorfeld etwas anderes versprochen hat, als sie dann präsentierte. Zudem sollen gleich mehrere Wein- und Bieranbieter kurzfristig abgesagt haben, was manche Quartiersvertreter anzweifelten.

Aber: Die Idee, den Frühlingsmarkt künftig nicht mehr als Blumenmarkt zu begreifen, soll in den Quartieren gekeimt sein. Und dort wurde wohl auch der Ansatz ersonnen, Nähe zu den gerade begonnenen Ruhrfestspielen zu schaffen. Auch das ist nicht wirklich gelungen.

Der Automarkt auf dem Rathausplatz war ein Standard. Der Markt für E-Mobilität, den das Palais Vest auf dem Löhrhofplatz selbst organisiert hatte, war immerhin eine interessante Neuerung. Als echte Enttäuschung entpuppte sich allerdings auch der Altstadtmarkt, auf dem lediglich die Neueröffnung des „the italian“ größeren Publikumsverkehr hervorrief. Für verstärktes Stirnrunzeln sorgte hingegen die Anwesenheit eines Anbieters von Einbaufenstern.

Diana Brauckmann als Eckstein-Betreiberin sprach aus, was viele dachten: „Die Leute wollen etwas erleben, aber das war nicht möglich. Die Kulisse der Altstadt ist doch einzigartig, aber was fehlte, war das bunte Treiben in allen Gassen. Und wo gab es etwas für Kinder?“

Ausdrücklich nicht in der Kritik steht Sebastian Balint, der mit seiner Agentur „Kreativbüro Herr Basti“ lediglich das Musikangebot zu verantworten hatte. Und in der Tat: Wo Musik erklang, war die Stimmung gut. Und das gilt insbesondere für die Schnappviecher, die am Samstag unüberhörbar durch die Stadt zogen und dabei viel Geld für einen guten Zweck sammelten. Es war – wie gesagt – nicht alles schlecht.

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