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Altstadtmarkt

Neue Koran-Verteilaktion beantragt

Recklinghausen - Zwei Missionierungsanläufe hat Adam Brzenczek schon unternommen, im Mai folgt Nummer drei, um Gratis-Korane auf dem Altstadtmarkt zu verteilen. Die von extremistischen Salafisten bundesweit initiierte Kampagne erreicht erneut die Stadt.

Die Koran-Verteilaktion wird vom Verfassungsschutz beobachtet, als subtile Verbreitung einer islamistischen Ideologie eingeschätzt. Sehr bestimmt sind die Antworten des 34-jährigen Konvertiten aus Suderwich auf die Frage nach seinem Verständnis des Koran und der ultraorthodoxen islamistischen Strömung, die er unterstützt: „Der Koran kommt von Gott. Natürlich steht der Koran über dem Grundgesetz, das ist keine Frage.“ Die Scharia, also die islamische Rechtsordnung, sei „hunderprozentig“ besser. Wie die RZ berichtete, wurden bei der Stadt Sondernutzungen für Koran-Verteilungen vom 30. Januar bis 11. Februar, bzw. 12. bis 31. März auf dem Altstadtmarkt beantragt. Nun hat Brzenczek den Zeitraum vom 4. bis 26. Mai beantragt. Etwa 100 Korane will er bisher verteilt haben, u.a. an einem Info-Stand am 23. März auf dem Altstadtmarkt – Bücher, für die als Herausgeber der in Schlagzeilen als „Hassprediger“ titulierte Palästinenser Abou Nagie verantwortlich zeichnet. Welche Motive treiben Brzenczek bei seinen Missionierungsversuchen an? „Ich will die Menschen vor dem Höllenfeuer bewahren“, sagt der Suderwicher im Gespräch mit der RZ. Er selbst handelt nach eigenen Angaben im Internet mit orientalischen Düften, wer zahlt die Kampagne, zum Beispiel die Gratis-Korane? „Das wird nicht vom Ausland finanziert, wie immer behauptet wird, nur mit Spenden“, sagt Brzenczek. Er ist polnischstämmig, war ursprünglich katholisch, will bereits vor 14 Jahren zum Islam übergetreten sein. Aus der Bewunderung für einen „Star“ der islamistischen Szene, den Konvertiten Pierre Vogel, macht der Suderwicher keinen Hehl. Die massive öffentliche Kritik an dem für demagogische Auftritte bekannten Ex-Amateurboxer Vogel und an salafistischen Extremisten bezieht Brzenczek auch auf sich, er sieht sich als Opfer: „Wer nach der Wahrheit sucht, wird verfolgt.“ Sicherheitsbehörden hätten den Salafismus als „gefährlichste und am raschesten wachsende Strömung innerhalb des radikalen Islamismus“ im Blick, hatte NRW-Innenminister Ralf Jäger noch vor einer Woche erklärt. Er geht von ca. 500 Salafisten im Land aus. Sie berufen sich bei der Kampagne auf das verfassungsrechtlich verbriefte Recht auf Religionsfreiheit. So wie andere Städte hat RE keine „Versagungsgründe“, um Sondernutzungsanträge abzulehnen. Es gebe aber Auflagen, so Pressesprecherin Corinna Weiß. Nur „stilles Verteilen“ sei erlaubt, kein offensives Werben. Und Koran-Verteilungen dürften nicht an Tagen mit anderen Veranstaltungen stattfinden. „Das Ordnungsamt wird kontrollieren, die Polizei informiert.“

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