Amtsgericht

Unfallfahrer entgeht Verurteilung

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RECKLINGHAUSEN - Das Verfahren am Amtsgericht gegen einen 24-jährigen Autofahrer aus Dorsten, der in Recklinghausen einen folgenschweren Unfall verursacht hatte, ist vorläufig eingestellt worden. Der Mann muss allerdings 2.600 Euro Schmerzensgeld an das Opfer bezahlen.

Der Autofahrer war am 20. Oktober 2017 von einem Discounter-Parkplatz verbotswidrig nach links auf die Castroper Straße abgebogen und hatte einen heranfahrenden Rollerfahrer übersehen. Bei der Kollision hatte sich der Recklinghäuser beide Beine an den oberen Schienbeinen gleich mehrfach gebrochen. Der 52-Jährige ist bis heute auf einen Rollator angewiesen und leidet unter Schmerzen.

Der Angeklagte hatte seinen Fahrfehler sofort zugegeben. Der Rollerfahrer, der über die Versicherung bereits 12.500 Euro Schmerzensgeld erhalten hat, hegt gegen den 24-Jährigen keinen großen Groll. „Sowas kann passieren. Ich war auch mal jung und habe Fehler gemacht“, erklärte er mit bemerkenswerter Gelassenheit. Und auch seinen Humor hat der Zeuge nicht verloren. Auf die Frage, ob er unbedingt eine Sanktion gegen den Fahrer anstrebe, hieß es: „Was soll ich machen, soll ich ihm jetzt auch die Beine brechen?“ Gericht und Staatsanwaltschaft verzichteten am Ende auf eine Verurteilung des Unfallfahrers wegen fahrlässiger Körperverletzung.

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