Amtsgericht

Wirre Auftritte beschäftigen die Justiz

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RECKLINGHAUSEN - Ein psychisch kranker Mann aus Recklinghausen musste sich am Donnerstag wegen eines wirren Auftritts am Polizeipräsidium vor dem Amtsgericht verantworten. Letztlich konnte der 30-Jährige wegen seiner Erkrankung nicht verurteilt werden, es gab einen Freispruch.

Bei der Polizei ist der Hüne vom Quellberg schon länger bekannt – vor allem wegen seiner wirren Auftritte. Am 17. Dezember 2016 war der Mann mal wieder aus der Wache geflogen war. Er hatte völlig unzusammenhängendes Zeug erzählt – vor allem von Gott, der die Beamten alle bestrafen werde. Auch auf der Straße konnte er sich nicht beruhigen. Er machte „Kopf-ab-Gesten“, tat so, als würde er die Beamten erschießen.

Das ließen sich die Polizisten nicht gefallen. Da der Angeklagte, niemanden an sich heranlassen wollte, wurde er mit Pfefferspray außer Gefecht gesetzt, einer der Beamten hatte sogar seine Waffe gezogen. Ein Vater, der gerade eingeparkt hatte, um mit seiner Familie auf den Weihnachtsmarkt zu gehen, blieb sicherheitshalber erst einmal im Auto sitzen. „Wir waren ja in der möglichen Schussrichtung“, sagte er dem Richter. Seine Frau berichtete von „unnatürlich tänzelnden Bewegungen“ des Angeklagten, ein Polizist von weit aufgerissenen Augen.

Auch bei zwei Verkehrskontrollen, bei denen der 30-Jährige betrunken und ohne Führerschein am Steuer eines Kleintransporters erwischt wurde, soll er nach Angaben eines Beamten „durchgängig neben sich“ gestanden und „keinen lichten Moment“ gehabt haben. Ein vom Gericht beauftragter Psychiater stufte den Angeklagten am Ende wegen paranoider Schizophrenie als komplett schuldunfähig ein.

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