+
Dieser Baum an der Münsterstraße verdient durchaus das Prädikat "stadtbildprägend". Gewächse wie diese wollen die Grünen unter besonderen Schutz stellen.

Baumschutz

Neue Satzung soll im Februar kommen

  • schließen

RECKLINGHAUSEN - Der Ruf nach einer neuen Baumschutzsatzung wird nicht erst seit der Fällung zweier Kastanien am Anton-Bauer-Weg in der vergangenen Woche lauter. In der nächsten Ratssitzung am 25. Februar sollen die Politiker über neue Regelungen entscheiden.

Die bisherige Baumschutzsatzung ist nicht sauber und juristisch eindeutig definiert. So dürfen aktuell Bäume, die weniger als vier Meter von Gebäuden entfernt stehen, aus vermeintlichen Sicherheitsgründen sogar ohne jede Genehmigung gefällt werden. Das war jetzt am Anton-Bauer-Weg der Fall. Dabei ist überhaupt nicht geklärt, ob sich die vier Meter auf den Stamm oder die Krone beziehen und ob der Abstand zum eigenen Haus oder zu irgendeinem Gebäude gilt.

Dienstanweisung für städtisches Grün

Bislang durften außerdem Eigentümer von Grundstücken mit weniger als 400 Quadratmetern Fläche alle vorhandenen Bäume ohne Genehmigung abholzen. Zudem gab es bislang bei der Bestrafung von Vergehen gegen die Baumschutzsatzung ein undurchschaubares Durcheinander zwischen Stadt und Kreis, das geregelt werden muss. Und: Die bestehende Baumschutzsatzung gilt nur für Flächen, die im privaten Besitz sind. Für städtische Park- und Grünflächen gibt es gar keine wirkliche Satzung, sondern nur eine sogenannten „Dienstanweisung (DA) Baum“.

Zustimmungspflicht der politischen Gremien

Nicht zuletzt aufgrund eines SPD-Antrags vom März 2018 hat die Verwaltung bereits eine neue Satzung entworfen, in der die „Vier-Meter-Abstand“- und die „400-Quadratmeter“-Regelung komplett gestrichen sind. Doch eine Veränderung einer städtischen Satzung bedarf grundsätzlich der Zustimmung der politischen Gremien, und so war der erste Entwurf bereits am 6. Dezember 2018 Thema im Ausschuss für Gebäudewirtschaft, Grünflächen und Umwelt. Wegen noch vorhandenen Diskussionsbedarfs bei der CDU wurde die Angelegenheit auf die nächste Ratssitzung vertagt – und die wird am 25. Februar stattfinden.

"Baumschutzgruppe" einbeziehen

Noch im Januar soll eine Arbeitsgruppe gebildet werden, die den Inhalt der neuen Satzung bestimmen soll. Nach Ansicht des Ausschuss-Vorsitzenden Johannes Quinkenstein (CDU) müssten „das Nachbarschaftsrecht und eventuelle Sondermaßnahmen“ noch mehr berücksichtigt werden. Nach Meinung der Grünen sollten auch die „Baumschutzgruppe Recklinghausen“ und der hiesige Naturschutzbund an den Gesprächen teilnehmen. Außerdem sollen nach Willen der Grünen „stadtbildprägende Bäume“ in ein Kataster aufgenommen werden und durch Bebauungspläne geschützt werden. Zusätzlich soll Bürgern, die große stadtbildprägende Bäume auf Privatgrundstücken erhalten wollen, ein Sanierungszuschuss pro Baum gewährt werden, so die Grünen.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Meistgelesen

Tödlicher Unfall, Ausbrecher weiter flüchtig, 10 Jahre Datteln IV, "Schießerei" vor Gericht
Tödlicher Unfall, Ausbrecher weiter flüchtig, 10 Jahre Datteln IV, "Schießerei" vor Gericht
Schade! Darum leuchtete die neue Bergbau-Landmarke in Herten nur für eine Nacht
Schade! Darum leuchtete die neue Bergbau-Landmarke in Herten nur für eine Nacht
Prozess um Rapper-Schießerei in Oer-Erkenschwick wird neu aufgerollt - aus diesem Grund
Prozess um Rapper-Schießerei in Oer-Erkenschwick wird neu aufgerollt - aus diesem Grund
Rote Ampeln überfahren und Unfall gebaut -  Fahranfänger rast Polizei davon
Rote Ampeln überfahren und Unfall gebaut -  Fahranfänger rast Polizei davon
"Rücksichtslos": Warum sich ein Waltroper ganz massiv über den V+E ärgert
"Rücksichtslos": Warum sich ein Waltroper ganz massiv über den V+E ärgert

Kommentare