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Sie wollen einsamen Senioren schöne Stunden bescheren: Ulrike Hahn (l.), Seniorenreferentin der Stadtverwaltung, Norbert Jandt, Sigrid Meinberg (2.v.l.) und Gisela Drießen (3.v.r.), die den Besuchsdienst organisieren. Weitere Stadtteil-Koordinatorinnen: Bärbel Kunert (r.) und Irmgard Dieckmann (2.v.r.).

Besuchsdienst

Dem trostlosen Alltag entfliehen

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RECKLINGHAUSEN. - Weg von der Fensterbank und zurück ins Leben - mit dem Besuchsdienst des Seniorenbeirats. Der sucht nun neue Mitstreiter und Menschen, die er glücklich machen kann.

Es gibt doch nicht nur 25 einsame, alte Menschen in der Stadt! Denn nur so wenige nutzen bislang den Besuchsdienst des Seniorenbeirats. Nein, Kopfschütteln, nein, das sind bestimmt mehr, viel mehr. Darüber sind sich die Organisatoren des kostenlosen Angebots einig. Darum wollen sie weiteren Menschen schöne Stunden bescheren. Menschen, die allein sind und nur noch wenig Lebensqualität besitzen. Menschen, die endlich ihrem trostlosen Alltag entfliehen möchten.

Genau das macht die Initiative „Gemeinsam statt einsam“ möglich. Dabei geht es allerdings nicht ohne den Einsatz der Stadtteilkoordinatorinnen. Sie fügen das Puzzlespiel zusammen und sorgen dafür, dass Topf und Deckel zueinanderfinden. „Wir gucken, wer zu wem passt. Aber das ist gar nicht so einfach“, erzählt Bärbel Kunert und ihre Kolleginnen nicken zustimmend.

Zunächst einmal gilt es, die Senioren, die sich Gesellschaft wünschen, und die Besucher, die ihre Zeit verschenken, kennenzulernen, um sie dann miteinander bekannt zu machen – falls die Chemie stimmen könnte. „Der eine möchte gerne spazieren gehen, der andere mag lieber Gesellschaftsspiele. Da müssen wir genau hinschauen“, berichtet Gisela Drießen.

Und das kann auch Irmgard Dieckmann bestätigen: Ihre letzte Vermittlung war ein Glücksgriff. „Denn beide Frauen kamen aus der Eifel“, meint sie und lacht zufrieden. Und nun sind sie wieder auf der Suche – nach neuen Pärchen. Dabei müssen sich die Besucher nicht vor dem Sprung ins kalte Wasser fürchten. „Wir begleiten sie natürlich“, erklärt Ulrike Hahn, die bei der Stadtverwaltung Ansprechpartnerin für Seniorenangelegenheiten ist.

Sie organisiert die Ausbildung der Ehrenamtlichen und den regelmäßigen Erfahrungsaustausch. Ohne das alles geht es nämlich nicht. Ulrike Hahn: „Gesprächsführung ist zum Beispiel sehr wichtig.“ Außerdem müssen die Besucher lernen, Grenzen zu setzen. Mal eben den Müll für die Senioren runterbringen oder die Betten beziehen? „Nein, nichts da“, sagt Koordinatorin Sigrid Meinberg und schüttelt entschieden den Kopf, „das ist nicht die Aufgabe unserer Besucher.“

Wer besuchen oder besucht werden möchte, sollte sich melden: Tel. 01 76/77 07 64 89.

Die sind vielmehr für die „Lichtblicke“ da. Und dafür bekommen sie viel zurück. „Die Menschen sind so dankbar“, schwärmt Irmgard Dieckmann und strahlt ebenfalls. Bei jeder Kontaktaufnahme hat sie das Gefühl, Gutes zu tun. „Das macht mich glücklich.“

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