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Bei Anrufen unbekannter Personen, die bestimmte Handlungen verlangen, ist Skepsis angebracht. Foto: Christin Klose

Betrugsfälle

Seniorin will Taxifahrer und Banken sensibilisieren

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RECKLINGHAUSEN - Erneut ist eine Recklinghäuser Seniorin Opfer von Trickbetrügern geworden. Die Täter, die sich als Polizisten ausgegeben haben, nahmen der alten Dame ihren gesamten Schmuck ab. Eine Bekannte der Seniorin will nun selbst im Kampf gegen Ganoven aktiv werden.

Helene Hoffmann (Name von der Redaktion geändert) möchte andere Menschen vor solch einem Schaden bewahren. So will sie etwa Taxiunternehmen anrufen. „Wenn ein Fahrer einen alten Menschen zur Bank bringt, und merkt, dass der Fahrgast angespannt oder ängstlich ist, soll er ihn in ein Gespräch verwickeln und herausfinden, was los ist“, wünscht sich Helene Hoffmann. Die Resonanz auf ihre ersten Gespräche ist jedoch ernüchternd. „Mir hat man gesagt, dass viele alte Passagiere überhaupt nicht mit dem Fahrer reden. Die Aufgabe ist es nur, die Leute von A nach B zu bringen, mehr nicht. Dafür wird ein Taxiunternehmen bezahlt.“ Helene Hoffmann will sich auch an Banken wenden. „Die Angestellten sollen nachfragen, wenn ältere Leute plötzlich viel Bargeld abholen. Es ist wichtig, dass die Mitarbeiter einen Blick darauf haben.“

Täter nutzen gefälschte Anschlüsse

Michael Franz, Pressesprecher der Polizei, betont einmal mehr: „Kein Polizeibeamter wird Personen zu Hause anrufen, und fragen, wie viel Bargeld oder Wertgegenstände sich im Haus befinden und wo diese aufbewahrt werden. Zudem wird auch nie nach Daten für EC-Karten gefragt.“ Wenn auf dem Telefon daheim die Nummer 110 angezeigt wird, ist niemals die Polizei am anderen Ende der Leitung, vielmehr sind es Betrüger mit einem gefälschten Anschluss. Denn: „Die Polizei ruft nie von der Nummer 110 an.“ Auch werden die Beamten niemanden auffordern, Geld oder Schmuck vor die Tür zu legen oder an einen Boten zu übergeben, um die Wertsachen vor Einbrechern zu schützen. „Wenn ein vermeintlicher Polizist in zivil vor der Tür steht und um Einlass bittet, wählen Sie die 110“, rät Michael Franz. Die Mitarbeiter der Notrufzentrale wissen, ob es wirklich ein Kollege ist, der anklingelt.

Polizei rät zu "gesundem Maß an Misstrauen"

Trickdiebe geben sich auch als Mitarbeiter von Stromanbietern, Telefongesellschaften oder dem Wasserversorger aus. Generell werden solche Besuche per Post angemeldet. „Wenn jemand in die Wohnung möchte, der nicht angekündigt ist, kann man sich nach dem Namen der Person erkundigen und beim Stromanbieter anrufen und fragen, ob Herr XY heute ablesen soll“, so Polizeisprecher Franz. Wer sich nicht wohl mit Fremden in der Wohnung fühlt, kann Nachbarn bitten, bei der Reparatur oder dem Ablesen dabei zu sein. „Ein gesundes Maß an Misstrauen schadet nicht.“ Michael Franz ist überzeugt, dass es eine Dunkelziffer gibt, denn nicht jedes Opfer zeigt die Betrüger an. „ Vielleicht kann der Betroffene wichtige Hinweise geben. Es muss sich niemand vor der Polizei schämen.“

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