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Drei städtische Löschzüge, der Rettungsdienst sowie die Werkfeuerwehr aus dem Chemiepark Marl sind vor Ort.

Brand in Silo

Feuerwehr noch bis Samstag am Hafen im Einsatz

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    Ralf Wiethaup
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RECKLINGHAUSEN - Nachdem am Donnerstagabend in einem mit Weizen gefüllten Außensilo von "Roland Mills United" am Stadthafen ein Schwelbrand ausgebrochen ist, dauern die Löscharbeiten weiter an. Die Feuerwehr erklärte, dass der Brand wohl nicht vor Samstag gelöscht sein wird. Menschen sind nicht verletzt worden.

Aus einem 25 Meter hohen Silo, das mit mit 1500 Tonnen Weizen gefüllt war, drang Rauch, in der Dunkelheit waren auch Funken zu erkennen. Ein Schwelbrand hatte sich dort – vermutlich ausgelöst durch eine thermische Reaktion – entzündet. An ein schnelles Löschen war da nicht zu denken. Die nächstliegende Lösung, einfach von oben Wasser in das Silo zu kippen, wäre dabei die schlechteste Idee gewesen: Der trockene Weizen hätte das Wasser aufgesaugt und das Silo letztlich zum Bersten gebracht.

Die Feuerwehr zog daraufhin die Werksfeuerwehr des Chemieparks Marl, die Firma Linde Gase sowie eine weitere Fachfirma hinzu. In der Nacht wurde gemeinsam entschieden, von unten zunächst Kohlenstoffdioxid und später Stickstoff in das Silo zu pressen. Damit sollte der Sauerstoff oben aus dem Behälter herausgedrückt und der Brand erstickt werden. Bis zum Vormittag waren bereits 8000 m³ Stickstoff von der Firma Linde eingeleitet worden, doch das reichte bei Weitem noch nicht.

Wie Stephan Kill aus der Geschäftsleitung von "Roland Mills United" berichtet, wird nach den Löscharbeiten das ganze Silo geleert. „Vermutlich ist ein Großteil des Weizens noch nutzbar, weil der Schwelbrand ja im oberen Silo-Bereich ausgebrochen ist. Aber wir werden das Produkt sicher nicht mehr in die Lebensmittelproduktion geben.“ Auf eine Schadensschätzung wollte sich Stephan Kill nicht einlassen.

Die Werkfeuerwehr aus Marl konnte noch in der Nacht zu Freitag wieder abrücken. Einsatzkräfte der Feuerwehr Recklinghausen sowie Techniker der Firma "Linde Gase" blieben aber die ganze Zeit über vor Ort, um letztlich auch die Sauerstoffkonzentration in dem Silo zu überprüfen. Die ehrenamtlichen Kräfte aus verschiedenen Löschzügen der Stadt wechselten sich im Tagesverlauf ab. Insgesamt waren etwa 80 von ihnen im Einsatz.

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