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Trauriger Anblick: 2003 endete die Zeit des "Studio"-Kinos an der Breiten Straße 16, zuletzt haben auch das Spielzeuggeschäft und die Pizzeria nebenan geschlossen.

Breite Straße

Altes Kino soll Schauspielhaus werden

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RECKLINGHAUSEN - Die Breite Straße, einst beste Lage in der Altstadt, ist seit Längerem von Leerständen geprägt. Für das frühere Kino hat eine Gruppe von Recklinghäusern eine Vision. Die Professoren Heiner Mühlmann und Karl-Heinz Cox sowie weitere Mitstreiter regen an, dass aus dem Kino wieder ein Schauspielhaus wird.

Das Unternehmen „BMO Real Estate Partners“ mit Sitz in München verwaltet den Gebäudekomplex Breite Straße 16. „Wir möchten die Immobilie wieder vermieten“, teilt Mitarbeiter Florian Stang auf Anfrage mit. „Darum planen wir für das Frühjahr einen Ortstermin mit Vertretern der Stadt.“ Dabei soll die Zukunft der Immobilie besprochen werden. Stang: „Ein Neubau wäre nur interessant, wenn es im Vorfeld feste Zusagen von Mietern gäbe. Das wäre dann eine klassische Projektentwicklung. Das steht nicht zur Debatte.“

"Odeon" bot Platz für 530 Zuschauer

Ein Theater gab es an dieser Adresse bereits vor 100 Jahren, wie Heiner Mühlmann sagt. „Viele berühmte Schauspieler traten damals im Stadttheater auf.“ Der Architekt Franz Schatter hatte 1918 die „Bunte Bühne“ eingerichtet. Das Stadttheater „Odeon“ bot Platz für 530 Personen. Die Stadt subventionierte das Schauspiel ab 1923. Die 1924 gegründete „Stadttheater GmbH“ stand ein Jahr später mit 450.000 Reichsmark in den Miesen. Das Gebäude wurde bald abgerissen, Schatter baute das heutige Haus Nr. 16 und eröffnete 1930 das neue „Odeon“. Sein Sohn benannte das Kino in den 1950er-Jahren in „Studio 63“ um.

Positives Signal für die Altstadt

Heiner Mühlmann und seine Mitstreiter sehen in einem Stadttheater ein positives Signal für die Altstadt: „Ein Haus, in dem Unterhaltung geboten wird und Gastspiele stattfinden, mit einer Gastronomie, in der die Besucher nach der Vorstellung einkehren“, so beschreibt Professor Mühlmann die Idee. „Das würde nicht nur die Breite Straße beleben. Nach dem Theater gehen die Leute noch aus, strömen in die umliegenden Restaurants.“ Vom schlechten Zustand des Kinos wissen Mühlmann und Cox. „Aber wenn sich ein Investor findet, lässt sich etwas daraus machen. Es gibt sogar einen Orchestergraben und einen Schnürboden über der Bühne“, so Mühlmann. BMO-Mitarbeiter Florian Stang lehnt die Idee nicht ab: „Wenn sich ein Betreiber für ein Theater findet, werden wir das prüfen.“

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