Emschergenossenschaft

Mehr Wasser in die Stadt

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RECKLINGHAUSEN - Wasser ist Leben! Das klingt wie eine banale Selbstverständlichkeit, die jedoch auch und gerade in dieser Region über Jahrzehnte missachtet wurde. „Wasser muss weg“ war das generelle Motto – und das galt für Ab- und Regenwasser gleichermaßen: Alles einfach in die Mischwasserrohre und hinfort damit.

Diese Zeiten sind vorbei: Inzwischen wird Wasser als „flüssiges Gold“ betrachtet, das längst auch in der Stadtentwicklung und bei der Bewältigung des Klimawandels einen beträchtlichen Raum einnimmt. Vor diesem Hintergrund existiert die sogenannte Zukunftsinitiative „Wasser in der Stadt von morgen“. Was 2014 als eher symbolische Absichtserklärung ins Leben gerufen wurde, ist inzwischen zur verpflichtenden Kooperation gereift, die Christoph Tesche als Recklinghäuser Bürgermeister und Prof. Uli Paetzel als Vorstandsvorsitzender der Emschergenossenschaft gestern mit ihren Unterschriften im Rathaus besiegelten.

Mit im Boot sind zudem 15 weitere Kommunen, die am Emscherstrand liegen. Die Handlungsprämissen der Initiative sind klar definiert: Es werden Projekte gesucht, die sich – manchmal auch nur im weitesten Sinne – ums Wasser drehen und der Entlastung der Kläranlagen oder auch der Klimaverbesserung dienen. Dazu gehören Begrünungen auf öffentlichen, aber auch privaten Gebäuden, dazu gehören aber auch Maßnahmen, um Regenwasser gerade auch auf größeren Flächen gesondert zu sammeln und im günstigesten Fall auch erlebbar zu machen – zum Beispiel in Form von Bächen oder Teichen. Die Emschergenossenschaft, die allein in Recklinghausen 350 Millionen Euro in Kanalumbau und Renaturierung von Bächen und Emscher investiert hat, bietet sich als kompetenter und finanzkräftiger Partner an.

„Wir bieten Beratung, Planungshilfen und vor allem auch Förderung“, erklärt Uli Paetzel. Insgesamt sind 55 Millionen Euro im Topf, 25 steuert das Land bei. Konkrete Ideen sind bereits vorhanden. Der Bürgermeister kündigt an, dass es in der Altstadt neben dem bereits geplanten Fontänenfeld weitere Maßnahmen zur Beseitigung von Hitzeinseln geben wird. Und Norbert Höving erwähnt als Technischer Beigeordneter, dass für den gesamten Stadtgarten inklusive Tierpark eine neue Entwässerunggeplant ist, die eben nicht nur dafür sorgen soll, dass das Wasser möglichst schnell weggeführt wird. Das alles wird rund zwei Millionen Euro kosten, und da ist jede Hilfe recht. Doch das Wasser zu den Menschen zu bringen, ist eine Sache – die Menschen zum Wasser zu holen, eine andere. Längst ist bekannt, dass die Emschergenossenschaft Betriebswege entlang des renaturierten Hellbachs für den Radverkehr freigeben wird.

Die Öffnung eines Wegs südlich der Hubertusstraße, der an die sogenannte Kunstmeile ankoppeln wird, steht sogar unmittelbar bevor. Auch das hat nur bedingt mit Wasser zu tun, aber ganz viel mit Ökologie.

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