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"Emscherland 2020"

Nur wenige Projekte werden umgesetzt

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RECKLINGHAUSEN - Rund um die bald renaturierte Emscher sollten die Uferbereiche dank Bezuschussung des Landes verschönert werden. Das „Emscherland 2020“ sollte mit zahlreichen Attraktionen locken. Doch nun ist klar: Nur wenige Projekte werden am umgebauten Fluss tatsächlich umgesetzt.

So lehnte die Jury aus verschiedenen Landesministerien in einer Vorauswahl die meisten der von der Stadt vorgeschlagenen Brückenschläge über die Emscher und neue Wegeverbindungen ab, da es sich um reine Tiefbaumaßnahmen handele. Vom Streichkonzert betroffen sind die angedachte Wegeverbindung von der Emscher zur Trabrennbahn sowie die Anbindung ans Schloss Strünkede. Auch ein Amphibienprojekt in der Brandheide, das Urban Gardening südlich der Pappelallee und der „Bergbauhistorische Pfad“ auf der König-Ludwig-Trasse kommen nicht infrage. Teils haben die Absagen formale Gründe, da für einige Flächen bereits andere Fördergelder ausgeschüttet wurden.

Wasserpark für 8 Millionen Euro

Auf der jüngsten Sitzung des Stadtentwicklungsausschusses herrschte eine Katerstimmung wie nach dem Erwachen aus einem Traum, der zu schön war, um wahr zu sein. Prof. Dr. Dr. Martina Oldengott von der Emschergenossenschaft (EG) brachte den Ausschuss auf den neuesten Stand. Doch die Referentin konnte auch von Projekten berichten, die der „Interministerielle Arbeitskreis Grüne Infrastruktur“ für förderfähig hält. Darunter der von der EG selbst erdachte „Natur- und Wasser-Erlebnispark“ auf Castrop-Rauxeler und Recklinghäuser Gebiet (Brandheide). Wasserbüffel und Wildpferde könnten dort grasen. Auch Weingärten wie am Dortmunder Phoenix-See stellte Oldengott vor. Dazu Blaue Klassenzimmer und Dokumentationszentren. Durch einen gläsernen Deckel können Besucher bald in einen Schacht gucken und nachsehen, wo die „schwatte Emscher“ früherer Tage abgeblieben ist – nämlich bis zu 20 Meter unter der Erde. 8 Millionen Euro wird der Wasserpark vermutlich kosten.

Auch die Halde Hestermann und der Noch-Standort der Kita an der Uferstraße sollen für 300.000 bzw. 55.000 Euro entwickelt werden. Grünes Licht gab es zudem für den AktivLinearPark des Regionalverbandes Ruhr (3,6. Mio. Euro) auf der alten Zechenbahn von der Halde Hoheward bis Hochlar. Und womöglich werden die neuen Emscherbrücken an Südfriedhof und Deumu-Gelände doch noch Wirklichkeit. Die Stadt arbeitet mit der EG an einer Lösung. Dann könnte aus dem Emscherländchen doch noch ein Emscherland werden.

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