Exner-Prozess

Staatsanwältin fordert lange Haftstrafen

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RECKLINGHAUSEN - Im Prozess um den Juwelier-Überfall am Altstadtmarkt hat die Staatsanwaltschaft am Bochumer Landgericht Haftstrafen von bis zu sieben Jahren gefordert. Anklägerin Katrin Drifthaus hat nicht die geringsten Zweifel, dass alle fünf Angeklagten am 1. Juni gemeinsam den bewaffneten Raubüberfall ausgeheckt hatten.

„Alle waren dem Reiz des schnellen Geldes erlegen“, so die Staatsanwältin. Gegen vier Angeklagte sollen die Richter am 13. Februar Haftstrafen von je sechs Jahren und neun Monaten verhängen, einer soll sogar sieben Jahre Haft kassieren. Die drei Angeklagten, die im Juweliergeschäft Exner gewesen sind, hatten zuletzt im Prozess doch noch Geständnisse abgelegt. Ein 21-Jähriger hatte zuvor den Juwelier, dessen Angestellte und Kunden mit einer Pistole bedroht und mit Pfefferspray besprüht. Zwei Komplizen (25, 27) waren ins Schaufenster gesprungen und hatten insgesamt 36 Luxusuhren im Verkaufswert von rund 380.000 Euro zusammengerafft.

Verteidiger wollen Freisprüche

Während diese drei Angeklagten sich in ihren letzten Worten sogar entschuldigten, wollen zwei weitere Angeklagte (beide 33) mehr oder weniger gar nichts mit dem Coup zu tun gehabt haben. Beide waren im Anschluss an den Beutezug ebenfalls im Innenstadtbereich festgenommen worden. Einer hat im Prozess bis zuletzt behauptet, damals nur in Recklinghausen gewesen sein, um „einen Kaffee zu trinken“. Der andere will es sich im letzten Moment doch noch anders überlegt haben und seine Teilnahme an dem Coup plötzlich aufgegeben haben. Die Verteidiger der zwei 33-Jährigen haben daher Freisprüche gefordert.

Peilsender am Auto angebracht

Alle fünf Angeklagten stammen aus Serbien. Einer der beiden 33-Jährigen soll vor dem Exner-Coup schon in Österreich Überfallorte ausbaldowert haben. Nach einem Warnhinweis an die deutschen Behörden war ein Peilsender an seinem Polo angebracht worden. Nicht zuletzt seinetwegen war am Tattag auch ein mobiles Einsatz-Kommando (MEK) der Polizei vor Ort.

Rubriklistenbild: © Thomas Nowaczyk

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