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Frühjahrsputz im Freibad Mollbeck.

Freibäder

Kampf gegen Schlamm und Blätter

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RECKLINGHAUSEN - Langsam erwachen die Bäder aus ihrem Winterschlaf: Die Mitarbeiter bereiten den Start in die neue Saison vor. Am 1. Mai ist es so weit. Nur die Suderwicher müssen sich in diesem Jahr etwas länger gedulden, bevor sie ins kühle Nass springen können.

Ganz einfach: Den Stöpsel wieder reinstecken, das Wasser laufen lassen und ruck, zuck sind die Freibäder der Stadt startklar. Von wegen. Dennis Anderle schüttelt den Kopf und lacht. „Nein, so funktioniert das nicht.“ Bis zum Beginn der Saison am 1. Mai ist er der Chef in der Mollbeck und hat den schlammigen „Badewannen“ den Kampf angesagt. Auch in Süd erwacht das Gelände aus dem Dornröschenschlaf, sind Frühjahrsputz, Wartungs- und Reparaturarbeiten angesagt. Nur die Suderwicher müssen sich gedulden, denn der Umbau des maroden Nichtschwimmerbeckens läuft nicht wie geplant.

„Der Winter war mild. Ich rechne nicht mit größeren Schäden“, sagt Dennis Anderle. Für den Fachangestellten für Bäderbetriebe ist es das erste Mal, dass er in Vertretung für den kranken Badleiter Klaus Cordes die „Molle“ wieder munter macht. Mit fünf Helferinnen und Helfern rückt er dem Schmutz schon seit drei Wochen zu Leibe. Rund 4800 Quadratmeter Wand- und Bodenflächen putzen die Saubermänner und -frauen blitzeblank. Die frostanfälligen Fliesen an den Beckenböden und -wänden sind längst verschwunden. Die Flächen tragen jetzt ein stabiles Folien-Kleid. Das wünscht sich Claudia Strebinger auch für Süd. Doch diese „Sicherheits-Verpackung“ würde bis zu 750.000 Euro kosten. Aber die Sachgebietsleiterin Bäder der Stadt hofft für den Umbau zu einem Schwimmzentrum auf Geld vom Bund.

Zurück nach Speckhorn. Noch „suppt“ im Sportbecken grünes Wasser vor sich hin. Gerade spritzt die „Putz-Crew“ den Boden und die Wände ab. Im kleinen Nichtschwimmerbassin dagegen ist die Welt schon wieder in Ordnung. Nun ist der große Bruder an der Reihe. Zwei Männer schieben gammeliges Laub für den Saugwagen zusammen. „Wir sind hier halt im Wald“, erklärt Claudia Strebinger und ihr Blick streift über Bäume und Wiesen. Die Vögel zwitschern. Doch das Getöse der Hochdruckreiniger übertönt den munteren Gesang. Denn die „Putzteufel“ nehmen sich nicht nur die Becken vor, sondern arbeiten auch 4300 Quadratmeter Terrassen und Wege ab.

Und die nächste Schönheits-Operation wartet schon. Die Duschen und Toiletten bekommen ein neues Gesicht oder besser: Farbe. Fehlt noch das Sprungbecken. Dort bröckelt der Putz. „Hier muss nachgebessert und gestrichen werden“, sagt Anderle und blickt in die fünf Meter tiefe Grube, deren Boden mit Sand und Blättern bedeckt ist. Ein einsamer Fußball leistet ihnen dort unten Gesellschaft. In zwei Woche dreht Anderle dann in der Mollbeck den „Hahn“ auf, probt die Wärmepumpe den Ernstfall. Ob Leitungen, Dichtungen, Chlor- oder Filteranlagen nach ihrem Winterschlaf „schwächeln“, zeigt sich ebenfalls erst in diesen Tagen. Im vergangenen Jahr zum Beispiel verzögerte ein undichtes Rohr in sechs Metern Tiefe neben dem Sprungbecken den Start um einen Monat. Es bleibt also spannend.

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