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Keine Frage: Die Marienkirche ist der eindeutige Blickfang in Recklinghausen-Süd.

Geburtstag

Marienkirche wird 125 Jahre alt

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RECKLINGHAUSEN - Auf den Tag genau vor 125 Jahren wurde die Marienkirche durch den Münsteraner Diözesanbischof Dr. Hermann Dingelstad eingeweiht. Sie ist nach St. Peter die zweitälteste katholische Kirche in der Stadt.

Das Gotteshaus, ein schlichter Backsteinbau im Stil der Frühgotik, ist seither die städtebauliche Dominante des Süder Ortsteils und das nicht nur angesichts des 78 Meter hoch aufsteigenden, weithin sichtbaren Turmes. Die Gemeinde begeht das Jubiläum der Kirchweih am kommenden Sonntag mit einem Festhochamt, das um 11 Uhr beginnt.

Dazu hat sich auch Weihbischof em. Dieter Geerlings aus Münster als Hauptzelebrant angesagt. Eingeladen wurden ferner ehemalige Pastöre und Seelsorger. Die Stadt vertritt Vize-Bürgermeisterin Marita Bergmaier. Der heimische Künstler Ludger Hinse verleiht dem mittleren der drei Kirchenschiffe durch ein stattliches Lichtkreuz zusätzlichen Glanz (wir berichteten). Im Anschluss an den Gottesdienst ist im Gemeindezentrum an der Sedanstraße ein kleiner zwangloser Empfang vorgesehen.

Die Historie der Marienkirche ist eng mit der Entwicklung des Südstadtbereichs, dem vormaligen „Bruch“, verbunden, wo um 1830 außer der schon 1561 errichteten Walkmühle noch kein einziges Wohnhaus stand. Erst während der Folgezeit wurden Neusiedler heimisch, legten Kötterstellen und Bauernhöfe, wie beispielsweise das Gut Bruchhausen (später Timmerbrink), an. So sind 1870 etwa 80 Bewohner registriert, die das einst sumpfige Gelände urbar machten und Landwirtschaft, Handwerk oder Gewerbe betrieben.

Soweit katholischen Glaubens, gehörte man auch schulisch zur Urpfarre St. Peter. Der weite Weg dorthin und die damals unzureichenden Verkehrsverbindungen bildeten nach langer Wartezeit im Herbst 1859 den Grund zum Bau einer Schulvikarie mit angeschlossener Kapelle an der Ecke Marien-/Saarstraße.

In den 70er-Jahren drang der Bergbau mitsamt Abbaustätten immer weiter gen Norden vor, was die Südstadt infolge des starken Zuzuges von Arbeitern zum größten Ortsteil Recklinghausens anschwellen ließ. Unter Hinweis auf die nahezu explosionsartig auf 3500 gestiegene Zahl der Katholiken (im Jahr 1888) erwiesen sich die bisher genutzten Einrichtungen trotz Erweiterungen als zu klein, was den Wunsch auf kirchliche Selbstständigkeit sowie den Bau eines größeren, repräsentativeren Gotteshauses weckte. Die hierfür erforderlichen 200.000 Mark an Grundstücks- und Errichtungskosten kamen durch Kollekten aller Gemeinden Westfalens, Spenden der Diözese und der Bevölkerung sowie eine Schenkung des Herzogs von Arenberg zusammen.

Im Mai 1891 – die Zahl der Katholiken hatte inzwischen die Marke von 4000 überschritten – startete der Bau der Marienbasilika, deren Grundsteinlegung am 21. April 1892 stattfand. Bereits ein gutes Jahr später war das Werk vollendet.

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