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Die Stadt Mainz hat die Aktion "Flossen weg" aus Recklinghausen übernommen.

Flossen weg

Gegen sexuelle Belästigung: Diese Stadt hat die Aktion "Flossen weg" übernommen

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Aktion „Flossen weg!“ gegen sexuelle Übergriffe in Bädern macht Opfern und Zeugen Mut. Stadt Mainz ist erste Nachahmerin.

Ein Nachmittag unter der Woche im Südbad. Obwohl die Sonne lacht, haben etwa zwei Dutzend Besucher die Schwimmbecken für sich allein. So wenig zu tun haben Schwimmmeister Heinz Cordes und seine Kollegen im Sommer selten.

Aber auch wenn es in der Anlage wuselt, haben die Fachleute ein Auge auf ihre Gäste. Auch auf die Ungebetenen. Erst kürzlich musste Heinz Cordes die Polizei rufen, weil ein Mann offensichtlich Spaß daran fand, Besucherinnen zu massieren. Heinz Cordes hat nicht lange gefackelt und den Fremden des Bades verwiesen: Hausverbot!

Die Stadt hat vor drei Jahren die Aktion "Flossen weg!" ins Leben gerufen

Damit Einzelfälle mit Gaffern und Grapschern nicht die Regel werden und um für das Thema zu sensibilisieren, hat die Stadt vor drei Jahren die Aktion „Flossen weg! – Schutz gegen sexuelle Belästigung in öffentlichen Schwimmbädern“ ins Leben gerufen.

„Inzwischen gibt es sogar eine Nachahmerin, die Stadt Mainz hat die Recklinghäuser Idee übernommen“, freut sich Gabriele Steuer. 

„Es ist wichtig, ein Zeichen zu setzen. Opfer und Zeugen von Belästigungen und Bedrohungen sollen wissen, dass sie keine Scham haben müssen, sich zu melden.“ Aber genau die ist oft groß. 

Kinder und Jugendliche haben oft Angst, sich zu melden

„Besonders Kinder und Jugendliche haben in der Regel Angst“, weiß Heinz Cordes. Dabei müsse niemand scheinbar zufällige Berührungen akzeptieren, etwa unter Wasser oder im nicht einsehbaren Dusch- oder Umkleidebereich.

 „Bei entsprechenden Hinweisen schreiten wir sofort ein und rufen bei Bedarf auch die Polizei.“ Auf den Flyern, die in allen städtischen Bädern ausliegen, finden Betroffene Ansprechpartner, die nach sexuellen Übergriffen helfen.

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