Gericht

Einbrecher attackiert eigenen Anwalt

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RECKLINGHAUSEN - Erst attackierte er einen Wachtmeister mit einem „Scherben-Dolch“, dann schlug er seinen eigenen Anwalt krankenhausreif: Nach zwei brutalen Gewaltangriffen ist ein psychisch kranker Serieneinbrecher (25) am Bochumer Landgericht auf unbestimmte Zeit in die geschlossene Psychiatrie eingewiesen worden.

Bei dem Beschuldigten war bereits 2014 neben einer massiven Drogensucht erstmals auch eine halluzinatorische Psychose diagnostiziert worden. Welche dramatischen Ausmaße seine Wahnvorstellungen im Laufe der Jahre angenommen haben, wurde jedoch erst so richtig klar, als der 25-Jährige im Frühjahr 2017 nach einer Einbruchserie zur Finanzierung seiner Drogensucht ins Bochumer Gefängnis „Krümmede“ gebracht worden war.

Der Häftling aus Recklinghausen war damals kaum im Gefängnis angekommen, als er – laut Urteil befallen von schlimmen Wahnvorstellungen mit blutverschmierten Zellenwänden und umherfliegenden Vampiren – einen Wachtmeister mit einem selbst gebastelten, dolchartigen Gegenstand angriff. Daraufhin war zwar prompt seine Verlegung in eine geschlossene Einrichtung eines psychiatrischen Krankenhauses in Herne erfolgt. Doch auch dort hatten sich die Wahnattacken des Recklinghäusers nicht in den Griff kriegen lassen. Bei einem Vier-Augen-Gespräch in einem Besprechungsraum war der 25-Jährige plötzlich völlig ausgerastet, über seinen eigenen Anwalt hergefallen und hatte ihn brutal zusammengeschlagen.

Weil ein Gutachter dem Beschuldigten, der sich vor Gericht inzwischen wieder bei klarerem Verstand präsentierte und auch bei seinem früheren Anwalt entschuldigte, bei den wahnhaften Gewaltattacken absolute Schuldunfähigkeit bescheinigt hatte, war eine klassische Verurteilung (zu einer Haftstrafe) ausgeschlossen. Die Richter der 12. Strafkammer ordneten stattdessen zum Schutz der Allgemeinheit die zeitlich unbefristete Einweisung des 25-Jährigen in eine geschlossene Straftäter-Psychiatrie an.

Rubriklistenbild: © Thomas Nowaczyk

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