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Viel Platz für den motorisierten Verkehr, aber nur wenig für Radler: Die Grünen wollen daher den Wallring - hier der Königswall - zur Einbahnstraße machen.

Grünen-Forderung

Wallring soll Einbahnstraße werden

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RECKLINGHAUSEN - Die Grünen wollen, dass mehr Menschen vom Auto aufs Fahrrad umsteigen. Um Radlern mehr Platz zu gewähren, hat der Koalitionspartner von CDU und FDP im Rathaus einen neuen Vorschlag vorgelegt: Der Wallring soll zur Einbahnstraße werden.

Der Wall bietet sich nach Ansicht der Grünen mittel- bzw. langfristig für die Verkehrswende an, weil er von oben betrachtet ein Ring sei – ähnlich eines Kreisverkehrs und um die Altstadt verlaufe. Sein Durchmesser betrage gerade mal 600 Meter. „Er würde zum großen Kreisverkehr, also zu einer Einbahnstraße. So wie der Schlaufenkreisel an der Hohenzollernstraße, der zu Anfang auch mit Skepsis betrachtet und belächelt wurde“, sagt Holger Freitag, Fraktionsvorsitzender der Grünen.

Verkehrsfluss gegen den Uhrzeigersinn

Und so soll es gehen: Das Einfahren auf den Wall und das Ausfahren in die Seitenstraßen würde so gesteuert, dass die Außenfahrbahnen des Walls dem Autoverkehr zugeteilt würden und der Verkehr gegen den Uhrzeiger geführt würde. Eine Fahrspur im Innenbereich des Walls würde dem Radverkehr zugeteilt und als geschützter Radstreifen baulich so angelegt, dass die Radler isoliert vom Autoverkehr auf einer eigenen, gesonderten Spur fahren können. Diese Fahrspur wäre breit genug, um einen Radgegenverkehr zu ermöglichen.

Gesonderte Busspur als Alternative

Die Grünen haben auch eine Alternative entwickelt. Eine sieht die Beibehaltung des motorisierten Verkehrs vor. Da der Wall größtenteils vierspurig angelegt wurde, sei in Verbindung und Beibehaltung eines geplanten geschützten Radstreifens ein reduzierter Gegenverkehr mit einer Fahrbahn möglich, oder aber auch mit einer gesonderten Busspur. „Wir glauben, dass der Verkehrsdurchfluss gewahrt bleibt und es auch beim Abbiegen in die Seitenstraßen nicht zu Behinderungen kommt. Im Gegenteil: Der Verkehr würde entschleunigt und zugleich aber auch fließen“, ist Freitag überzeugt.

Mehr Schutz für Radfahrer

Hintergrund des Vorstoßes: Im Auftrag der Unfallforschung der Versicherer wurde kürzlich ein Gutachten veröffentlicht, das besagt, dass Autos Radler nur mit einem Sicherheitsabstand von 1,5 Metern überholen dürfen. „Daran halten sich die wenigsten Autofahrer“, beklagt Holger Freitag. „Wir brauchen darum für Radler die gefühlte Sicherheit, auf der Straße nicht eng überholt zu werden. Deswegen brauchen wir eine Infrastruktur, die knappes Überholen unmöglich macht.“ Schutzstreifen, die Räder durch eine gestrichelte Linie trennen, würden oft von Autofahrern überfahren. „Stattdessen benötigen wir mehr geschützte Radfahrstreifen. Natürlich nehmen sie Platz weg. Aber wenn mehr Leute auf das Rad umsteigen, gibt es auch weniger Autos im Verkehr.“

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