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Pfarrer Ludger Ernsting begrüßte Heiligabend die Besucher im Gasthaus.

Heiligabend im Gasthaus

"Weihnachten fällt nicht aus"

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RECKLINGHAUSEN - 99 waren angemeldet, schließlich waren es rund 120 Menschen, die Heiligabend gemeinsam im Gasthaus feierten. „Viele unsere Gäste sind ein wenig wie Josef und Maria“, sagte Gastkirchen-Pfarrer Ludger Ernsting. „Sie haben kein Zuhause.“ Umso wichtiger, dass das Haus an der Heilige-Geist-Straße für sie geöffnet ist.

Zig Ehrenamtliche waren vor und bei dem Fest im Einsatz. Es wurden Kuchen über Kuchen, Plätzchen über Plätzchen gebacken. Die meisten helfen das ganze Jahr über, einige dachten aber auch gerade zu Weihnachten an die Mitmenschen, denen es nicht gut geht. „Ich hatte einen Anruf von dem neunjährigen Finn“, berichtete Ernsting, „Er wollte heute für uns die Spülmaschine ein- und auspacken.“ Der Pfarrer habe ihm erklärt, dass an diesem Tag die Spülmaschine quasi durchlaufe und sehr häufig ein- und ausgeräumt werden müsse: „Finn hat sich dann schnell von mir überreden lassen, doch besser mit seinen Eltern für uns Plätzchen zu backen. Ihr könnt sie hier heute Abend genießen.“ Der Pfarrer erinnerte an die weihnachtliche Botschaft. „In unserer Kirche hat jemand ein Schild aufgestellt. Die Krippe bleibt leer. Weihnachten fällt in diesem Jahr (vielleicht) aus.“ Als Grund wurde angeführt, dass es so viel Ablehnung gegenüber Juden, Muslimen, Arabern und andern Menschen gebe. „Jesus war ein gläubiger Jude, aber offen für Menschen aller Religionen. Jesus war ein Flüchtling, der quasi an der Straße geboren wurde. Er ist immer auf die Menschen auf der Straße zugegangen.“, erinnerte Ernsting: „Weihnachten ist nicht nur Nostalgie fürs Herz, sondern etwas ganz Konkretes fürs Miteinander. Natürlich fällt es nicht aus.“ Zu den Stammgästen im Gasthaus gehören Heiligabend auch Weihbischof Dieter Geerlings, Bürgermeister Christoph Tesche und seine Stellvertreterin Christel Dymke. Auch sie waren eingeladen, Botschaften auf Zettel zu schreiben, die später im Gottesdienst an die Krippe gelegt wurden. „Ich habe geschrieben: Vergesst den Esel nicht!“, verriet der Bischof. „Auf dem Esel ist Jesus als Friedensbringer eingezogen. Mit einem Esel kann man keine Kriege führen.“

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