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Am 20. Dezember war ein 32-jähriger Hertener mit einem Auto in die Bushaltestelle an der Hertener Straße gerast - in voller Tötungsabsicht, wie die Staatsanwaltschaft glaubt.

Hertener Straße

Amokfahrer wird wegen Mordes angeklagt

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RECKLINGHAUSEN - Der 32-jährige Mann, der am 20. Dezember 2018 mit seinem Auto ungebremst in die Bushaltestelle an der Hertener Straße gefahren war und eine Seniorin (88) getötet sowie sieben Menschen verletzt hat, wird wegen Mordes angeklagt. Der Prozess vor dem Schwurgericht Bochum soll am 19. Juni beginnen.

Staatsanwalt Dietrich Streßig geht davon aus, dass der mutmaßliche Todesfahrer entschlossen gewesen ist, sich durch ein Unfallgeschehen das Leben zu nehmen. Tödliche bzw. schwere Verletzungen der Passanten soll er in Kauf genommen haben. Der 32-Jährige aus Herten soll kurz vor der Paulusstraße/Von-Bruchhausen-Straße das Gaspedal heruntergetreten haben, seinen Ford auf den Bürgersteig gelenkt und dann in die Menge gerast sein. Für die Passanten kam die „Amokfahrt“ aus dem Nichts – alle waren laut Anklage arg- und wehrlos.

Mit Blick auf das tödlich verletzte Opfer wird dem Hertener Mord vorgeworfen. Hinsichtlich der sieben Verletzten spricht die Anklage von Mordversuch und gefährlicher Körperverletzung. Außerdem geht es um die Vorwürfe des gefährlichen Eingriffs in den Straßenverkehr, der Trunkenheit im Verkehr, der Sachbeschädigung und des vorsätzlichen Fahrens ohne Fahrerlaubnis.

Die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft haben ergeben, dass der Angeschuldigte im Tatzeitraum lebensmüde gestimmt gewesen ist. Außerdem soll er Stimmen gehört haben. Am fraglichen Tag soll er sich trotz Einnahme starker Medikamente ans Steuer gesetzt haben. Die Anklage billigt dem 32-Jährigen aufgrund seines psychologischen Zustandes bislang eine verminderte Schuldfähigkeit zu. Die Einordnung der Schuldfrage des 32-Jährigen ist für die Frage der möglichen Sanktionen – zeitlich unbefristete Psychiatrie-Einweisung oder bis zu lebenslange Haft – von Bedeutung. Für den Prozess sind mindestens 25 Verhandlungstage bis Ende September vorgesehen.

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