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Einkaufsspaß am Wochenende: Beim verkaufsoffenen Sonntag im Rahmen des Herbstfestes "brummte" es einmal mehr in der Altstadt.

IHK-Zählung

Altstadt verliert an Passanten

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RECKLINGHAUSEN - Obwohl die Menschen nach wie vor gerne dort einkaufen, wo sie wohnen, geht die Zahl der Einkaufsbummler in der Fußgängerzone der Altstadt zurück. Die jüngste Zählung der Industrie- und Handelskammer (IHK) hat dies an den Tag gebracht.

So waren im Vergleich zur (verregneten) Zählung vor zwei Jahren diesmal deutlich weniger Passanten unterwegs: Am Donnerstag, 14. Juni, und am Samstag, 16. Juni, postierten sich IHK-Mitarbeiter jeweils eine Stunde an der Kunibertistraße und an der Breiten Straße. Am ersten Standort erfassten sie dabei 921 (2016: 1062) bzw. 1149 (1386) vorbeigehende Passanten, am zweiten Standort 480 (636) bzw. 663 (1083) Menschen.

Leerstände werden bespielt

Die Einbußen von 60 Prozent an der Breiten Straße belegen, dass die einstige Flaniermeile heute mit ihren vielen Leerständen das Sorgenkind der Stadt ist. „Wir beobachten die Negativ-Entwicklung sehr kritisch und haben auch schon mit dem Umzug der Verbraucherberatung an den Problemstandort reagiert“, sagt Georg Gabriel, stellvertretender Fachbereichsleiter Wirtschaftsförderung. Im Rahmen der Leerstandsbespielung werde begleitend zu „RE leuchtet“ die ehemalige Kodi-Immobilie neuer Treffpunkt der Clubraum-Konzerte. Auch die neue Frei-Parken-Kampagne auf drei Großparkplätzen sei eine Reaktion auf die sinkenden Zahlen. Allerdings sei nicht nur die Stadt gefordert, auch Händler und Immobilieneigentümer müssten etwas tun, betont Gabriel. Letztlich richtet sich sein Appell an die Bürger: „Fahren Sie nicht in Nachbarstädte, stärken Sie den Handel vor Ort.“

Aktionen in den Quartieren

Für Michael Radau, Vorsitzender des IHK-Handelsausschusses, müssen die Innenstädte dafür dringend ein Stück ihrer eingebüßten Unverwechselbarkeit zurückgewinnen. In den Recklinghäuser Quartieren reagieren die Händler mit regelmäßigen Aktionen. Aktuell wird das Herbstfest am Wochenende vorbereitet mit vielen Drumherum-Anreizen zum Bummeln und Verweilen. „In der Krim leiden wir zurzeit sehr unter der Baustelle am Lohtor“, berichtet Quartierssprecher Andreas Kreyenschulte. Auch hier vermissen die Händler das Flanierpublikum. Um den großen Leerstand an der Münsterstraße (ehemals Tinkatom, Durchblick und Musial) zu überwinden, hat sich Bürgermeiter Christoph Tesche sogar persönlich in die Gespräche mit dem Hauseigentümer eingeschaltet. Katastrophale Mietbedingungen haben hier bisher jeden potenziellen Unternehmer abgeschreckt.

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