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Hier in Recklinghausen-Ost soll es künftig kräftig blühen.

Insektenschutz

5000 m² Blühfläche sind schon gebucht

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RECKLINGHAUSEN. - Nicht nur bei den Grünen fallen Christoph Heimanns Pläne auf fruchtbaren Boden. Der Biolandwirt möchte an der Bergstraße auf einem seiner Äcker einen Blühstreifen mit heimischen Pflanzen anlegen, bei dem Bürger Patenschaften übernehmen können und die Maßnahme zum Insekten- und Artenschutz so finanzieren.

Neben seinem Land stellt Heimann im Gegenzug das Saatgut, seine Arbeitskraft und Geräte zur Verfügung. „Uns gefällt besonders die Idee, Bürger aktiv zu beteiligen“, sagt der grüne Fraktionschef Holger Freitag. Schließlich habe längst nicht jeder Recklinghäuser die Möglichkeit, selbst eine Blumenwiese anzulegen. Die Grünen gehen mit gutem Beispiel voran und wollen selbst auch eine Patenschaft übernehmen. Und zwar gleich über 300 m². Das heißt, sie investieren 300 Euro. Die Resonanz sei riesig, sagt Christoph Heimann. Insgesamt hätten Hunderte Einzelpersonen, Vereine und Parteien bereits Patenschaften für mehr als 5000 m² geschlossen. Das entspricht fast der Größe eines Fußballplatzes. Die Mindestsumme für eine einjährige Beteiligung am Bürger-Blühstreifen hat Christoph Heimann auf zehn Euro festgelegt. Auf einer Tafel will der Landwirt alle Paten nennen. Noch sei genug Platz an der Bergstraße vorhanden. Im April will der Landwirt die Saat ausbringen. „Die Idee findet bei den Grünen auch deshalb große Unterstützung“, sagt Holger Freitag, „weil die Landwirtschaft selbst die Initiative ergreift, statt tatenlos beim deutlichen Rückgang der Insektenvielfalt zuzusehen.“ Dennoch brauche es einen Bewusstseinswandel in der gesamten Gesellschaft: „Billiger Urlaub, Lebensmittel zu Dumpingpreisen, fortschreitende Zersiedelung und Versiegelung der Landschaft, da sollte sich jeder einmal an die eigene Nase fassen.“ Auch andere Landwirte und die Stadt pflanzen Blühstreifen. Die Landwirtschaftskammer gewährt Fördermittel. Diese nimmt Christoph Heimann nicht in Anspruch – auch wegen der damit verbundenen Auflagen und Bürokratie.

Wer sich für eine Patenschaft auf dem Blühstreifen interessiert, erfährt mehr unter

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