Jugendschöffengericht

Messerstecher droht geschlossene Entziehungsanstalt

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RECKLINGHAUSEN - Der 20-jährige Recklinghäuser, der vor dem Jugendschöffengericht zugegeben hat, im August 2018 an der König-Ludwig-Straße auf seine Mutter eingestochen zu haben, muss damit rechnen, in eine geschlossene Entziehungsanstalt eingewiesen zu werden. Ein Urteil soll am 14. März gefällt werden.

Geht es nach einem psychiatrischen Sachverständigen, hat sich der Angeklagte bei dem Messerangriff auf seine Mutter (53) im Zustand einer „tiefgreifenden Bewusstseinsstörung“ befunden. Dafür habe in erster Linie ein Mix aus einer innerlichen Angststörung sowie der hohe Konsum von Amphetaminen und schweren Beruhigungstabletten gesorgt. Die Drogen hatte sich der 20-Jährige nach eigenen Angaben über das „Darknet“ bestellt lassen. Letztendlich bestehe überhaupt kein Zweifel, dass von einer eingeschränkten Schuldfähigkeit ausgegangen werden muss, so der Sachverständige. Und weil der Angeklagte mit Blick auf seine Drogenabhängigkeit als extrem rückfallgefährdet und unberechenbarer Hangtäter einzustufen sei, empfahl der Gutachter dringend auch seine Unterbringung in einer Entziehungsanstalt.

Im Prozess um das Familiendrama an der König-Ludwig-Straße läuft alles auf Verurteilung des Messerstechers nach dem Jugendstrafrecht hinaus. Der Ex-Jurastudent hatte vor Gericht erklärt, dass er nach einem Wortgefecht „rasend vor Wut“ gewesen sei. Er habe seine Mutter jedoch nicht töten wollen. Nun will das Gericht noch ein Rechtsmediziner zu den Verletzungsfolgen befragen. Die Mutter hatte unter anderem großflächige Stich- und Schnittverletzungen im Brust- und Bauchbereich erlitten.

Rubriklistenbild: © Arne Dedert (dpa)

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