Kinderarmut

Fachtagung mangels Beteiligung abgesagt

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RECKLINGHAUSEN - Kinderarmut ist ein Thema, das vor allem die Südstadt betrifft. Es gibt Bereiche, in denen 80 Prozent der Menschen von Hartz IV leben. Deshalb hat die Stadtverwaltung für den 26. November zu einer Fachtagung ins Rathaus eingeladen. Doch die muss abgesagt werden. Es gibt kaum Anmeldungen.

In der Südstadt sind im Vergleich mit anderen Stadtteilen die meisten übergewichtigen Kinder anzutreffen. Nur 16 Prozent der Viertklässler schaffen es, ein Gymnasium zu besuchen; woanders sind es bis zu 74 Prozent. Zu diesen Ergebnissen waren Experten des Kreises im Vorjahr in ihrem Gesundheits- und Bildungsbericht gekommen.

„Ein dramatischer Befund“, sagt Marie-Christin Oneschkow vom Kinderschutzbund. Daher hat sie sich gefreut, dass die Stadtverwaltung das Thema aufgegriffen und für den 26. November zu einer Fachtagung ins Rathaus eingeladen hat. Fast 90 Politiker waren eingeladen: aus dem Ausschuss für Kinder, Jugend und Familie, dem Ausschuss für Schule und Bildung, dem Ausschuss für Soziales und Demografie sowie dem Sportausschuss. Hinzu kamen etliche Akteure wie Oneschkow aus dem Bereich der Kinder- und Jugendarbeit.

"Eine vertane Chance"

In dieser Woche wurde die Veranstaltung abgesagt. 30 Anmeldungen lagen vor, darunter nach Informationen dieser Zeitung weniger als zwei Handvoll von Politikern. Und dies, obwohl der zuständige Dezernent Georg Müllers (CDU) die Einladung ein zweites Mal als Erinnerung verschicken ließ, er in den Sitzungen der Ausschüsse um Teilnahme warb und Fraktionen ihre Mitglieder baten, dort zu erscheinen. „Das ist eine vertane Chance“, sagt Marie-Christin Oneschkow. „Ich hatte gehofft, wir könnten gemeinsam Konzepte entwickeln, wie sich die Situation benachteiligter Kinder verbessern kann.“

Die Akteure der lokalen Politik sehen den Termin (Verabschiedung des Haushalts in der drauffolgenden Woche) und die Uhrzeit (14 Uhr) als entscheidendes Kriterium dafür, warum sich so wenige Teilnehmer angemeldet hätten. Der Wunsch, den Gesundheits- und Bildungsbericht vorzustellen, ist nach Angaben von Möllers von den Politikern selbst gekommen. Er kündigte gestern an, es werde im Frühjahr einen neuen Termin geben.

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