Kneipen-Bluttat

Mutmaßliches Opfer erscheint zu spät zur Verhandlung

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RECKLINGHAUSEN - Der Prozess um die Bluttat vor dem „Flic-Flac“ wird wohl in die Verlängerung gehen. Am Mittwoch glänzte nicht nur eines der mutmaßlichen Opfer zu Verhandlungsbeginn durch Abwesenheit. Auch die Mutter des 19-jährigen Angeklagten schaffte zuletzt mehr Verwirrung als Klarheit.

Die Reinigungskraft aus Süd wurde gestern bereits zum zweiten Mal am Bochumer Landgericht als Zeugin befragt. Die 45-Jährige war laut Anklage in der Tatnacht auf den 27. Mai so etwas wie der Auslöser für die tumultartigen Szenen in und vor dem Lokal an der Löhrhofstraße. Als ein Kneipengast der Frau beim Tanzen zu nahe gekommen war, hatte ihr Sohn nach eigenen Angaben rotgesehen. Während die Staatsanwaltschaft davon ausgeht, dass der 19-Jährige mit Tötungsvorsatz ein Messer gezogen und zugestochen hat, kann sich der Teenager einen rund vier Zentimeter tiefen Stich in den Rücken des anderen Mannes nur als versehentliches Geschehen erklären. „Ich wollte dem Typen eigentlich nur Angst machen“, hatte er im Prozess immer wieder beteuert.

Auch die Mutter des Angeklagten war bei dem blutigen Kneipen-Drama offenbar verletzt worden, hatte eine Gesichtsprellung trotz eines ärztlichen Attestes bei ihrer ersten Zeugenvernehmung aber komplett unerwähnt gelassen – und so für Zweifel bei den Richtern gesorgt. Gestern bestätigte die 45-Jährige, bereits im „Flic-Flac“ von einem Mann einen Schlag ins Gesicht bekommen zu haben. Diese Schilderung will sie zuletzt in der Aufregung vergessen haben. Dass ihr Sohn später ein Messer in der Hand gehabt habe, will die 45-Jährige aber nicht gesehen haben. Durch nicht erschienene Zeugen ist ein Urteil noch in diesem Jahr – Stand jetzt – terminlich kaum möglich.

Rubriklistenbild: © Foto: Archiv

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