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Platz für ein neues Gesundheitszentrum: Am Knappschaftskrankenhaus werden derzeit Bäume gefällt, auch der Teich vor dem Klinikum wird trockengelegt.

Krankenhaus

Böser Fenstersturz

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RECKLINGHAUSEN - Als Karsten P.* den Anruf aus dem Knappschafts-Krankenhaus erhielt, traute er seinen Ohren kaum. Sein Vater sei aus dem Fenster im ersten Stock gestürzt und er habe sich dabei erheblich verletzt, wurde ihm mitgeteilt. "Ich war fassungslos."

„Ich konnte es gar nicht glauben, was ich da hörte. Und ich bin der festen Überzeugung, dass es nicht dazu hätte kommen dürfen“, erklärt Karsten P. – zumal der Vorfall eine Vorgeschichte hat.

Der 79-jährige Vater von Karsten P. war bereits anderthalb Wochen im Krankenhaus, als er auf einmal verschwand. Die Polizei fand den Senior, nur mit Schlafanzug und Bademantel bekleidet, auf der Straße und brachte ihn zurück, noch ehe die Knappschaft eine Suche nach dem Vermissten einleitete. Der Mann wurde dann in ein anderes Zimmer im ersten Geschoss verlegt. Doch dort wollte er offensichtlich wieder das Weite suchen.

Und das gelang ihm auch, da sich das Fenster in diesem Zimmer öffnen ließ. Mit fatalen Folgen: Er kletterte hinaus, stürzte mehrere Meter tief und brach sich dabei nicht zuletzt alle Rippen auf einer Seite. Weitere Frakturen kamen hinzu, außerdem erlitt er schwere Hautabschürfungen. Jetzt liegt er auf der Intensivstation. Für Karsten P. ist der Vorfall ungeheuerlich: „Ich verstehe einfach nicht, wie man meinen Vater in ein Zimmer verlegen kann, in dem man das Fenster öffnen kann. Gerade weil er zuvor einfach weggelaufen war, muss man doch besondere Sicherheitsvorkehrungen treffen.“

Die Krankenhaus-Leitung bestätigt den Vorfall, „und wir bedauern zutiefst, dass ein Patient unseres Hauses auf diese Weise Verletzungen davongetragen hat“, erklärt Geschäftsführer Peter Huthmacher. Wegen des „noch nicht abgeschlossenen Klärungsvorganges“ könne man zum eigentlichen Hergang allerdings keine weiteren Angaben machen. Von der Pressestelle der Knappschaft heißt es zudem: „Selbstverständlich haben wir umgehend intensive Prüfungen dazu eingeleitet, wie es zu dem Vorfall gekommen ist und ob wir unsere Sicherheitsvorkehrungen noch verbessern können. Wir haben zudem Vorkehrungen ergriffen, um bis zur Klärung des Vorgangs Wiederholungen auszuschließen.“

Das zumindest kann Karsten P. bestätigen: Als er von seinem Arbeitsplatz in Rheinland-Pfalz nach Recklinghausen eilte, um seinen Vater zu besuchen, stellte er fest, dass in dem besagtem Zimmer die Griffe am Fenster abgeschraubt waren. Für seinen Vater kommt das zu spät.

* Name ist der Redaktion bekannt.

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