Lärmbelästigung

Gestresste Bürger wollen Nachtfahrverbot

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RECKLINGHAUSEN - Da haben einige die Nase voll: Anwohner der König-Ludwig-Straße zwischen Overbergstraße und Alte Grenzstraße kämpfen für ein Lkw-Nachtfahrverbot zwischen 22 und 6 Uhr auf diesem Stück.

Mit der von 52 Bürgern unterschriebenen Ratspetition beschäftigt sich in der übernächsten Woche der Haupt- und Finanzausschuss. Folgen die Politiker der Einschätzung der städtischen Verkehrsexperten, wird sich für die Anwohner an der Situation nichts ändern. Messungen vonseiten der Stadt im vergangenen Herbst hatten ergeben, dass nachts durchschnittlich drei Lkw diesen Straßenabschnitt passieren. Innerhalb von 24 Stunden sind es im Schnitt 38 Fahrzeuge.

In einem Schreiben ans Rathaus beklagen Ursula und Uwe Goertz im Namen der Anwohner, dass sich der Schwerlastverkehr fast im Minutentakt bewege und sie frühmorgens davon aus dem Schlaf gerissen würden. Selbst das Bett und das Geschirr in den Schränken wackele. Ziel der Lkw sei das Industriegebiet auf dem ehemaligen Gelände der Schachtanlage König Ludwig.

Zwar gebe es auch die Möglichkeit, über das Tor an der Merveldtstraße ein- und auszufahren; doch sei diese Zufahrt fast immer geschlossen, da die Waage auf der anderen Seite des Areals stehe. Die Anwohner befürchten, dass ihre Altbauten, die auf Natursteinfundamenten stehen, durch die „ständigen Erschütterungen Schäden erleiden und mit Sicherheit schon erlitten haben“. Sie fordern darüber hinaus eine Erneuerung der vor zwei Jahren nur „notdürftig geflickten“ Straße. Eine Beteiligung an den Kosten lehnen die Anwohner allerdings ab.

Ein aufwendiger Umbau steht nach Angaben des Technischen Beigeordneten Norbert Höving (SPD) nicht zur Debatte. In den kommenden Jahren ist dafür kein Geld im städtischen Haushalt vorgesehen. Auch andere Maßnahmen, die die Anwohner fordern, kämen nicht in Frage. Die Kommission für Verkehrssicherheit lehnt Aufpflasterungen, um die gefahrene Geschwindigkeit zu reduzieren, ab. Messungen hatten in der 30er-Zone einen Schnitt von 41 km/h ergeben. Ein Durchfahrverbot für Lkw über 7,5 Tonnen komme auch deshalb nicht in Betracht, weil geeignete Alternativstrecken fehlten, heißt es in dem Papier, das nun politisch beraten wird.

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