Landgericht Bochum

Lebenslänglich nach Mord an Rentner-Ehepaar

  • schließen

RECKLINGHAUSEN - Ein 35-jähriger Recklinghäuser ist am Landgericht Bochum zu lebenslanger Haft verurteilt worden. Während der Mann noch im Prozess bis zuletzt seine Unschuld beteuerte, glaubt das Gericht, dass der Handwerker für den Mord an einem Bochumer Rentner-Ehepaar verantwortlich ist.

Die 79-jährige Seniorin und ihr ein Jahr jüngerer Mann wurden vor eineinhalb Jahren überfallen und grausam getötet. Die Frau wurde gewürgt, getreten und niedergestochen, ihrem beinamputierten und im Bett liegenden Ehemann das Gesicht zertrümmert. Im Urteil war von „Stampftritten“ die Rede – mit der Hacke direkt ins Gesicht. Der Täter soll ein mehrfach vorbestrafter Mann aus Recklinghausen-Süd gewesen sein, dessen Freundin ihm gerade mitgeteilt hatte, dass er Vater werde. „Er wollte lieber Party machen, Drogen nehmen und sich mit Prostituierten vergnügen“, sagte Richter Josef Große Feldhaus in der Urteilsbegründung des Bochumer Schwurgerichts. Dafür habe er Geld gebraucht und sich entschlossen, die Rentner zu überfallen.

DNA-Analyse nicht zweifelsfrei

Die Senioren waren die Eltern eines Freundes. Er hatte früher schon mal bei der Renovierung geholfen. Doch der Überfall geriet außer Kontrolle. „Als die Frau ihn erkannt hat, hat sich der Angeklagte entschlossen, das Ehepaar zu töten“, heißt es im Urteil. Was dann passiert, ist an Brutalität nur schwer zu übertreffen. „Im übertragenen Sinne klebt das Blut beider Opfer an den Händen des Angeklagten“, so Große Feldhaus. „Im tatsächlichen Sinne klebte es an seinen Schuhen.“ Als der 35-Jährige Monate nach der Tat festgenommen wurde, wurden in den Rillen seiner Turnschuhe Blutspuren entdeckt, die von den Rentnern stammen sollen. Doch die DNA-Analyse ist nicht zweifelsfrei. Außerdem hatte der Angeklagte eine Quittung vorgelegt, wonach die Turnschuhe erst nach der Tat gekauft worden sind.

Besondere Schwere der Schuld

Die Richter konnte das jedoch nicht beirren. Schließlich gebe es auch 18 Hautschuppen des Angeklagten auf der Kleidung der 79-Jährigen. Und ein Haar, das vom Angeklagten stammen soll. Sein Verteidiger Jens Tuschhoff hatte einen Freispruch gefordert: „Hier wird nach dem Motto vorgegangen: Was nicht passt, wird passend gemacht.“ Neben der Verurteilung haben die Richter außerdem die besondere Schwere der Schuld festgestellt. Damit ist eine vorzeitige Haftentlassung nach 15 Jahren praktisch ausgeschlossen.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare