Landgericht Bochum

Sechs Monate altes Baby schwer misshandelt

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RECKLINGHAUSEN - Wegen des Vorwurfs der Misshandlung von Schutzbefohlenen stehen eine 25-jährige Mutter aus der Südstadt und ihr ehemaliger Partner (30) vor dem Bochumer Landgericht. Sie sollen ein sechs Monate altes Baby schwer misshandelt haben.

Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass der Säugling Ende 2015 in einer Wohnung an der Grullbadstraße mindestens drei brutale Gewaltattacken seines Stiefvaters über sich ergehen lassen musste. Auch soll der 30-Jährige die damals vierjährige Schwester des Babys auf den Po und den Rücken geschlagen haben. Aus Liebe und um die Beziehung zu dem Angeklagten nicht zu gefährden, soll die Mutter die Taten vertuscht haben und mit dem Baby anfangs erst einmal nicht zum Arzt gegangen sein.

Bei dem Säugling wurden zum Jahresende 2015 in einer Klinik reihenweise, teils alte Knochenbrüche diagnostiziert: an beiden Schienbeinen, am linken Oberschenkel und am linken Arm. Woher die Verletzungen stammten, kann sich die Mutter selbst nicht erklären. Ihre Verteidigerin Julia Donnepp: „Meine Mandantin ist darüber zutiefst erschüttert.“ Dass der Säuglingsjunge einmal eine geschwollene Gesichtshälfte gehabt hat, habe sich die Mutter damit erklärt, dass sich das Kind den Kopf am Bett gestoßen habe. Dass ihr damaliger Partner für die Knochenbrüche bei dem Jungen verantwortlich gewesen sein könnte, schloss die Frau aus. „Er ist mit meinen Kindern stets liebevoll umgegangen“, sagte die 25-Jährige. „Sogar besser als der leibliche Vater.“

Auch der Stiefvater bestreitet die Vorwürfe nach Angaben seines Verteidigers Olaf Krekeler, er kann sich die schlimmen Verletzungen nicht erklären. Der 30-Jährige ist bereits massiv vorbestraft, allerdings nicht wegen Gewaltdelikten, sondern vorwiegend wegen Drogenbesitzes, Hehlerei und Diebstahls. Der Junge und das Mädchen leben heute nicht mehr bei der Mutter. Das Paar hat sich inzwischen getrennt.

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