Landgericht Bochum

Zweifel an Vergewaltigungsvorwurf bleiben

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RECKLINGHAUSEN - Es ging um ein angebliches Vergewaltigungsdrama in einer Schrebergartenlaube. Am Ende sahen sich die Richter am Landgericht Bochum aber außerstande, die sexuelle Gewalttat zweifelsfrei festzustellen. Das Verfahren gegen den Angeklagten (25) aus Recklinghausen wurde eingestellt.

Ganz ohne eine Sanktion kam der Mann aber nicht davon. Weil es deutliche Anhaltspunkte für eine zumindest fahrlässige Körperverletzung (durch zu festes Anlegen von Kabelbindern) gegeben habe, legten die Richter dem Recklinghäuser eine Geldzahlung in Höhe von 500 Euro an das mutmaßliche Opfer auf. Verteidiger Malte Englert übergab die Summe noch im Gerichtssaal an die Seite der Nebenklage.

Von den Vorwürfen der ursprünglichen Anklageschrift - einer erzwungenen Fessel-Vergewaltigung – war nach der Befragung von Zeugen kaum noch etwas übrig geblieben. Letzte Zweifel an einer möglichen Vergewaltigung durch den Angeklagten waren laut Gericht „einfach nicht zu beseitigen“.

Das mutmaßliche Opfer hatte sich Ende 2017 mit dem Angeklagten in der Hertener Schrebergartenhütte verabredet. Dann war es offensichtlich auch zu sexuellen Handlungen gekommen. Ob das Geschehen nun einvernehmlich oder gewaltsam durchgeführt worden ist, darüber herrschte später Uneinigkeit. Selbst im Prozess war von einer möglichen Nachahmung von Szenen aus dem Erotikfilm „Fifty Shades of Grey“ die Rede gewesen, bei dem Fesseln und Peitschen beim Sex eine große Rolle spielen.

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