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Der Weiterbau der Ludwig-Erhard-Allee ruht, nun wird das Gelände zunächst auf weitere Blindgänger untersucht.

Ludwig-Erhard-Allee

Spezialfirma bohrt 9000 Löcher

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RECKLINGHAUSEN - Seit drei Monaten tut sich an der Ludwig-Erhard-Allee zwischen Campus Vest und dem neuen Park-&Ride-Platz auf der Ostseite des Bahnhofs nichts. Grund sind die Bombenfunde in jüngster Zeit. Nun soll zunächst nach weiteren Blindgängern gesucht werden - das kostet Zeit und Geld.

Die Straßenbauer im Technischen Rathaus rechnen mit Mehrkosten in Höhe von 1,5 Millionen Euro, die die Stadt womöglich selbst zahlen muss – eventuell auf Kosten anderer Projekte. 9000 Bohrlöcher soll eine Nürnberger Spezialfirma ins Erdreich treiben, in denen Sonden nach weiteren Fliegerbomben suchen. So wollen die Stadt und die für die Kampfmittelräumung zuständige Bezirksregierung Arnsberg möglichst bis in acht Metern Tiefe alle Bomben aus der Erde östlich des Hauptbahnhofs bergen. Die Arbeiten haben bereits begonnen.

Straßenbau dauert bis Sommer 2019

„70 Löcher schaffen wir an einem Tag“, sagt der städtische Abteilungsleiter Straße, Axel Fritz. Fünf Monate werde es dauern, bis das Areal nach möglichen weiteren Blindgängern abgesucht ist. „Aber nur, wenn wir nichts finden.“ Jede weitere Bombe rückt den Lückenschluss zum fast fertigen Teilstück zur Dortmunder Straße hin in weitere Ferne. Ursprünglich sollte die Ludwig-Erhard-Allee im November fertig werden. Daraus wird nun nichts. Voraussichtlich bis zum Sommer kommenden Jahres wird sich der Straßenbau hinziehen.

Zünder ist meist nach unten geneigt

Wie viele Bomben noch in der Erde östlich des Hauptbahnhofs stecken, weiß niemand. Luftbilder, die englische Flugzeuge kurz nach Kriegsende 1945 machten, zeigen so viele mögliche Bombeneinschläge, dass sich einzelne Verdachtspunkte kaum identifizieren lassen. Auch heute noch könnte die tödliche Fracht Schaden anrichten. „Es wäre der Super-GAU, wenn eine Bombe mit dem Zünder nach oben in der Erde steckt und wir direkt darauf bohren“, sagt Axel Fritz. Dieses Szenario sei jedoch „äußerst unwahrscheinlich“, da Bomben meist mit dem Zünder nach unten geneigt in der Erde steckten.

Sonden reichen 7,50 Meter in die Tiefe

Ein generelles Problem sei die Beschaffenheit des Untergrundes. Eine Melange aus Hochofenschlacke, Bombensplittern, Leitungen und Kabelresten führen die Detektoren der Kampfmittelräumer an ihre Grenzen. An der künftigen Ludwig-Erhard-Allee sollen Sonar-Sonden in die 15 Zentimeter dicken und bis zu 7,50 Metern tiefen Löcher herabgelassen werden. Sie können den Boden bis zu 50 Zentimeter weit durchleuchten. Schlägt das Gerät Alarm, muss das Erdreich vorsichtig abgetragen werden.

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