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Aus am Ickerottweg: 60 Mitarbeiter des Bergbauzulieferers Kolk müssen sich neue Jobs suchen.

Maschinenbau Kolk meldet Insolvenz an

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RECKLINGHAUSEN - Wieder droht einem Industriebetrieb in Recklinghausen das Aus. Die Maschinenbau Kolk GmbH mit Sitz am Ickerottweg hat ein vorläufiges Insolvenzverfahren beantragt. 66 Arbeitsplätze stehen auf der Kippe. Aber die Belegschaft möchte die Firma selbst übernehmen.

Der in den 1950ern gegründete Bergbauzulieferer ist in den vergangenen Jahren wirtschaftlich in schwieriges Fahrwasser geraten. Die ausbleibenden Aufträge aus dem Bergbau wollte das Unternehmen ausgleichen, indem es sich auch auf den Tunnelbau verlegte. Diese Strategie scheint nicht langfristig aufgegangen zu sein. Bereits im Juli wurde das vorläufige Insolvenzverfahren eröffnet. Die Belegschaft will diesem Verfahren allerdings nicht tatenlos zusehen. Sie plant, die Firma selbst zu übernehmen und will dazu in Verhandlungen mit den beiden Geschäftsführern einsteigen. Eine Gesellschaft bürgerlichen Rechts (GbR) mit dem vorläufigen Namen „MaKo neu Belegschaftsinitiative“ wurde bereits gegründet. „Wir wollen in die Offensive kommen und etwas unternehmen“, sagt der Betriebsratsvorsitzende Marcus Teelen. Die Pläne der Geschäftsführung seien drastisch. So soll jede zweite der 66 Stellen wegfallen. Die verbleibenden Mitarbeiter müssten zudem Einschnitte beim Gehalt und bei Sonderleistungen befürchten, heißt es aus Betriebsratskreisen. Verhandlungen über einen Sozialplan seien bereits geführt worden, sagt Marcus Teelen. Dann reifte die Idee der Belegschaftsübernahme. „Wir glauben an das Unternehmen“, sagt der Betriebsratsvorsitzende. Wichtig sei es, die Kunden und Lieferanten „im Boot zu behalten“. Die Gründung der GbR sei zudem wichtig, um im Falle einer Übernahme des Betriebes auch Fördermittel in Anspruch nehmen zu können. Auf der Homepage des Unternehmens findet sich kein Hinweis auf die derzeitige Lage. Der letzte Eintrag in der Rubrik „Aktuelles“ datiert vom Januar vergangenen Jahres. 1956 wurde die Maschinenbau Kolk GmbH als „Spezialunternehmen für die Bergbautechnik“ gegründet. Damals boomte der Steinkohlebergbau im In- und Ausland. Nach den Kriegsjahren gab es einigen Nachholbedarf. Dann kam das Zechensterben. In Recklinghausen stand 2001 das letzte Förderrad still. Im Dezember schließt mit dem Bottroper Bergwerk Prosper-Haniel die letzte Zeche im Revier. In den vergangenen Jahrzehnten bemühte sich das Unternehmen, artverwandte Geschäftsfelder zu erschließen. Neben dem Tunnelbau war dies Technik für das Schneiden von Gesteinen. Auch im Bau von Sonderanfertigungen wie den auf Ketten fahrenden Schwerlast-Crawlern hat die Firma Kolk Erfahrung.

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