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Tausende alte Kaugummis kleben in den Strassen der Altstadt auf dem Boden.

Neuer Bußgeldkatalog

Teure Kippen und Kaugummis

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RECKLINGHAUSEN - Wenn aus dem Knöllchen eine Knolle wird: Der neue Bußgeldkatalog des Landes lässt auch in Recklinghausen die "Preise" für Umweltsünden steigen.

Die Müll-Knöllchen werden zu Müll-Knollen. Eine weggeschnippte Zigarettenkippe oder ein achtlos entsorgter Einweg-Kaffeebecher sollen fortan bis zu 100 Euro Strafe kosten. Das zumindest wünscht sich das Umweltministerium NRW. Mit einem neuen Bußgeldkatalog will Ministerin Ursula Heinen-Esser den Kommunen Druck machen. Auch Recklinghausen zieht mit.

Dabei handelt es sich allerdings nur um eine „Entscheidungshilfe“, verbindlich sind die neuen „Preise“ des Ministeriums nicht. Trotzdem machen immer mehr NRW-Städte im Kampf gegen ausgespuckte Kaugummis, „verlorene“ Pommes-Schalen oder verwaiste Burger-Verpackungen mobil. Das Ordnungsamt verstärkt die Kontrollen oder stellt mehr Mülleimer auf. Umweltsünden können ab jetzt noch teurer werden.

Recklinghausen soll ebenfalls sauberer werden. Die Festspielstadt wird auf den neuen Bußgeldkatalog reagieren, erklärt eine Mitarbeiterin der Rathaus-Pressestelle. In welcher Höhe die Bürger dann zur Kasse gebeten werden, ist allerdings noch unklar, denn der Vorschlag des Umweltministeriums ist erst zwei Wochen alt. Bislang konnten sich die Beamten vor Ort nicht damit beschäftigen.

Eine Kippe „mal eben entsorgt“, das kostet in RE bisher 10 Euro, ebenso die beliebten Getränke-Mitnehm-Becher, 15 Euro dagegen das klebrige Kaugummi auf dem Asphalt, 35 der komplette Aschenbecher auf dem Gehsteig. Und wer Fifis Hundehaufen nicht einsammelt, ist mit 25 Euro dabei. Wer Abfall-Mengen dagegen skrupellos irgendwo im Grünen ablädt, bezahlt zwischen 35 Euro und sogar bis hin zu 50.000 Euro Strafe, je nach Masse und Gefahrenstoffe, die „über Bord“ geworfen wurden. 667 solche wilden Müllkippen beseitigten die städtischen Mitarbeiter im Jahr 2018.

Aber ob höhere Bußgelder die Übeltäter tatsächlich davon abhalten, den Dreck einfach in der Gegend zu verteilen, ist indes fraglich. Denn nur wenn die Mitarbeiter des Kommunalen Ordnungsdienstes die Schmutzfinken auf frischer Tat ertappen, ist ihnen das Müll-Knöllchen gewiss. Die Erfolgszahlen sind jedoch so gering, dass sie im Rathaus statistisch nicht erfasst werden. Den „Müll-Detektiven“ ging im vergangenen Jahr nicht mal einer der zahllosen Hundehalter ins Netz, die das Geschäft ihres Lieblings auf der Straße oder Wiese ignorieren. Lediglich bei den wilden Müllkippen wurden im vergangenen Jahr zwei Recklinghäuser ertappt. Sie mussten 100 Euro Bußgeld zahlen.

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