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Karneval, wie er sein sollte: Die Burggarde Denklingen zeigte besten Schunkelsport.

Poahlbürger

Bürgerhaus Süd als Sehnsuchtsziel der Karnevalisten

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RECKLINGHAUSEN - Der Vestische Karnevalstreff der Poahlbürger wird immer mehr zum Magneten für Prinzenpaare aus der Region und darüber hinaus. Die "Tollitätendichte" erreichte diesmal einen neuen Höchststand: 52 Paare waren da.

Für Ruud van den Berg war schon zur Mittagszeit klar: „Wir sind im nächsten Jahr wieder hier“, erklärte der Mann mit deutlichem niederländischen Akzent und ebenso unverkennbarer Vorliebe für karnevalistisches Brauchtum. Gleich mit 55 Frauen und Männer sind „de Zotskappen“ aus Arnheim nach Deutschland gekommen – und zwar nach Recklinghausen und nicht nach Köln oder sonst wohin, wo schon im Mutterbauch geschunkelt wird. Das Bürgerhaus Süd als Sehnsuchtsziel für Karnevalisten aus Nah und vor allem auch Fern – geht das? Es geht.

Möglich macht das der Vestische Karnevalstreff, der gestern ab 11 Uhr in seine achte Auflage ging, „und der immer größer wird“, wie Reinhard Lackmann, der 1. Vorsitzende und Präsident der veranstaltenden Poahlbürger beschreibt. Ein Programmpunkt jagt den nächsten, alle kommen kostenlos, und der Saal ist bis in den hintersten Winkel gefüllt. Und auch darüber hinaus: „40 Leute von uns sind damit beschäftigt, Kuchen, Erbsensuppe und natürlich Getränke an die Gäste zu verteilen“, erklärt Jung-Präsident Patrick Schimion, der sich die Moderation mit Reinhard Lackmann aufgeteilt hatte.

Es ist ein stetiges Kommen und Gehen, selbst vorsichtigen Schätzungen zufolge werden an diesem Tag, der gegen 17.30 Uhr endete, gut 1500 bunt gekleidete Jecken durch das Bürgerhaus geschleust. Vermutlich waren es sogar mehr, „obwohl es in Herne eine zeitgleiche Konkurrenzveranstaltung gibt“, wie der 1. Poahlbürger-Geschäftsführer Wolfgang Thoridt wusste.

Und zur Verdeutlichung des Stellenwerts des Vestischen Karnevalstreffs erzählte Helmut Lang, der zusammen mit Uli Augustat für das Programm verantwortlich ist, die Geschichte des Tanzcorps „Echte Fründe“ aus Köln-Flittard. Die waren am Morgen mit 30 Leuten in Recklinghausen-Süd aufgetaucht, obwohl sie nicht angemeldet waren – einfach so. Auf die Bühne durften sie dennoch, auch weil eine andere Truppe aus Bedburg gar nicht aufgetaucht war.

„Wir wollten damals eine Veranstaltung machen, die es hier so noch nicht gab“, erinnert sich Helmut Lang an die Anfänge. Und dass das gelungen ist, merkte man spätestens beim „Sektempfang der anwesenden Prinzenpaare“ am frühen Nachmittag, als die Tollitätendichte ein fast bedrohliches Ausmaß annahm: Die Bühne reichte kaum aus, um die 52 (!) Paare aufzunehmen. Da passte es eigentlich ganz gut, dass ausgerechnet die Recklinghäuser Prinzessin noch einen schnellen Anschlusstermin in Köln hatte. Doch das ist offenbar ein ganz anderes Thema.

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