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Kein Durchkommen: Der Zugang zur Wache innerhalb des Polizeipräsidiums ist abgesperrt.

Polizeipräsidium

LKA-Experten entsorgen Pikrinsäure

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    Kathrin Grochowski
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RECKLINGHAUSEN - Die Gefahr ist gebannt: Sprengstoffexperten des Landeskriminalamtes (LKA) haben am Donnerstagnachmittag die Pikrinsäure, die im Polizeipräsidium am Westerholter Weg abgegeben worden war, entsorgt. Ein Mann hatte den Styroporbehälter gegen 14.45 Uhr auf der Wache abgeliefert.

Der Mann, der sich als Mitarbeiter einer Apotheke ausgegeben hatte, hatte angegeben, den Stoff entsorgen zu wollen. Zuvor habe er es bereits bei den Kommunalen Servicebetrieben Recklinghausen (KSR) versucht, doch dort sei er abgewiesen worden. Die Polizeibeamten erkannten, dass es sich bei Pikrinsäure um einen explosionsgefährlichen Stoff handelt, und alarmierten die Feuerwehr. "Nach einer ersten Erkundung wurde der Stoff als mutmaßlich kristallisierte Pikrinsäure identifiziert, die unmittelbar benachbarten Räume des Präsidiums wurden abgesperrt", berichtet Feuerwehr-Sprecher Christian Schell. Die Einsatzkräfte nahmen zur weiteren Klärung der Lage über das Transport-Unfall-Informations- und Hilfeleistungssystem der chemischen Industrie (TUIS) Kontakt zu Fachberatern auf und informierten sich beim Hersteller. Die Polizei rief die speziell geschulten Mitarbeiter des LKA hinzu. Das dauerte nicht zuletzt angesichts der Verkehrslage zur "Rush hour" gute zwei Stunden.

Bei Pikrinsäure handelt es sich laut Sprengstoffgesetz um einen explosionsgefährlichen Stoff, der unter anderem früher in Granaten verwendet wurde. Trocken ist Pikrinsäure als Gefahrgut eingestuft. Pikrinsäure ist hitze- und feuerempfindlich und reagiert auch bei mechanischer Belastung (Schlag, Reibung).

Rudolf Strunk, langjähriger Sprecher der Apotheker in Recklinghausen, erklärte auf RZ-Anfrage, dass es für seinen Berufsstand sehr wohl Möglichkeiten zur Entsorgung von Chemikalien und gefährlichen Stoffen wie Pikrinsäure gebe: "Wir werden durch die Kammer und auch das Kreisgesundheitsamt fortlaufend informiert, das ist Standardwissen in den Apotheken." Allerdings sei die Spezialentsorgung, die auch in besonders ausgestatteten Fahrzeugen erfolgt, relativ teuer.

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