+
Infolge des Brandanschlages an der Bahnlinie lag der Verkehr am Recklinghäuser Hauptbahnhof über Stunden brach.

Prozessauftakt

Brandstifter legte Zugverkehr lahm

  • schließen

RECKLINGHAUSEN. - Drei Brandanschläge im Bahnhofsbereich soll er Ende 2017 in nur sechs Wochen ausgeführt haben. Die letzte Tat hätte zu einer Katastrophe geführt, wenn nicht ein aufmerksamer Zeuge Alarm geschlagen hätte. Seit Dienstag muss sich ein 35-jähriger Industriemechaniker vor dem Landgericht in Bochum verantworten.

Die Staatsanwaltschaft hält den psychisch kranken Mann derzeit für eine Art tickende Zeitbombe in Menschengestalt – der Beschuldigte sagte zu den Vorwürfen nur so viel: „Ich war einfach nur dicht.“ Dem 35-Jährigen wird vorgeworfen, zweimal nachts unweit vom Oerweg Kabelschächte der Deutschen Bahn angezündet und dadurch einen Sachschaden von insgesamt 165.000 Euro angerichtet haben. Am 1. November war der Bahnverkehr deswegen bis zum Mittag (13 Uhr) lahmgelegt. Fünf Tage später war es durch eine durchgeschmorte Telekommunikationsleitung zum Zusammenbruch des Zug-Funkverkehrs gekommen. Der Bahnverkehr stand erneut stundenlang still. Beim dritten Anschlag an der Große-Perdekamp-Straße blieb laut Staatsanwaltschaft „eine größere Katastrophe für die Recklinghäuser Innenstadt“ einzig dank eines Augenzeugen aus. Der Fahrgast hatte am 17. Dezember aus einem vorbeifahrenden Zug offenbar gerade noch rechtzeitig beobachtet, dass ein erster von 14 mit Butangas gefüllten Kesselwagen aus einem auf den Gleisen geparkten Waggon-Verbund bereits Feuer gefangen hatte – und sofort Alarm geschlagen. Spurenuntersuchungen ergaben, dass an den Waggons an einer Gasleitung eine Gaskartusche und eine Zündschnur angebracht worden waren. Der Beschuldigte war in der dritten Feuer-Nacht festgenommen worden. Die Beweise gegen den 35-Jährigen, der zum fraglichen Zeitraum ständig im Amphetamin-Rausch gewesen sein will („Ich kann mich so gut wie an nichts erinnern“), sind erdrückend. Wie es hieß, gibt es zahlreiche, lupenreine DNA-Treffer an allen drei Anschlagsorten. Die Staatsanwaltschaft hält den 35-Jährigen mit Blick auf eine schizophrene Psychose für unberechenbar und extrem gefährlich. Vor dem Landgericht geht es daher auch nicht um eine klassische Bestrafung, sondern allein um eine unbefristete Zwangseinweisung in die geschlossene Straftäter-Psychiatrie. Fortsetzung: 12. Juni.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Meistgelesen

Westerholter Sommerfest: Enttäuschung zum kleinen Jubiläum
Westerholter Sommerfest: Enttäuschung zum kleinen Jubiläum
Hertens Bürgermeister Toplak kommentiert die Gegenkandidatur seines langjährigen Bekannten
Hertens Bürgermeister Toplak kommentiert die Gegenkandidatur seines langjährigen Bekannten
DFB-Pokal-Auslosung 2. Runde: BVB mit Hammerlos - FCB muss auswärts ran
DFB-Pokal-Auslosung 2. Runde: BVB mit Hammerlos - FCB muss auswärts ran
Schalke 04: Nullnummer im  Topspiel bei Borussia Mönchengladbach
Schalke 04: Nullnummer im  Topspiel bei Borussia Mönchengladbach
Alexander Nübel ablösefrei zum FC Bayern? Das sagt er zum direkten Duell
Alexander Nübel ablösefrei zum FC Bayern? Das sagt er zum direkten Duell

Kommentare