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Radweg

Asphalt für die neue Trasse?

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RECKLINGHAUSEN - Sicher ist, dass Recklinghausen eine über sechs Kilometer lange neue Radverbindung zwischen den Stadtteilen König Ludwig und Suderwich erhält. Doch keineswegs sicher ist, wie die Fahrbahnbeschaffenheit sein wird.

Wird es eine sogenannte wassergebundene Wegedecke, also eine Art Schotter, oder doch gemeiner Asphalt? Verkompliziert wird die Sache noch von der Anwesenheit hitzeempfindlicher Amphibien.

Errichtet wird die König-Ludwig-Trasse vom Energieversorger Uniper (früher E.ON), der vom Kraftwerk Datteln 4 bis zur Hochstraße in Grullbad eine mehr als 13 Kilometer lange Fernwärmeleitung verlegt. Der Rad- und Wanderweg wird auf Recklinghäuser Gebiet einfach obendrauf gesetzt, erst südlich der Autobahn 2 trenne sich die Wege: Während die Fernwärme nach Westen fließt, führt die König-Ludwig-Trasse weiter nach Süden und schließt an die bereits bestehende Trasse an.

Und dort kann man bis zum Pöppinghäuser Hafen am Rhein-Herne-Kanal fahren – auf einer Art Schotterpiste. Eine solche hatte auch Uniper vorgesehen, doch bei der Stadt hat man gesehen, wie gut der Asphalt auf der „Allee des Wandels“, der Radtrasse von Westerholt bis zur Halde Hoheward, angenommen wird. Das würde allerdings zusätzliche Kosten für die Stadt verursachen: 400 000 bis 450 000 Euro, so die Schätzungen.

Und dann kam unlängst im Verkehrsausschuss noch die Rede auf die Landschaftsbehörde des Kreises: Diese hätte gegen den normalen Asphalt erhebliche Einwände und fordere stattdessen einen hellen Asphalt, der die Hitze nicht so speichere und die kreuzenden Amphibien (vornehmlich Kröten) im Sommer nicht braten würde. Noch einmal 800 000 Euro mehr würde dieser verschlingen, und das wäre für den Verkehrsausschussvorsitzenden Andreas Becker (SPD) ein K.-o.-Kriterium gewesen: „1,2 Millionen für den Radwege-Asphalt – das ist zu viel.“

Doch davon kann keine Rede sein, denn auf Nachfrage stellte sich heraus, dass die Landschaftsbehörde lediglich eine Art Empfehlung ausgesprochen hat: Und in der ging es nicht um einen hellen Asphalt, sondern um den Ratschlag, den dunklen Asphalt an manchen Stellen hell überzupinseln.

Bleiben also nur die gut 400 000 Euro, „die wir aber auch erst finanzieren müssen“, wie Dezernent Ekkehard Grunwald in guter Kämmerer-Manier anmerkt. Mit großer Wahrscheinlichkeit wird die Sache nun in der nächsten Ratssitzung am Montag, 27. November, entschieden. „Ich kann mir gut vorstellen, dass wir da zustimmen“, sagt Andreas Becker, „zumal alle neuen Radwege inzwischen eine Asphaltdecke erhalten.“ Die Vorteile liegen auf der Hand: Die Wartungskosten für eine Asphaltstrecke sind angeblich wesentlich geringer als bei einer Schotterpiste, und auch die Rollschuh- und Inline-Skate-Nutzer könnten die neue Strecke befahren.

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