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Heiße Samba-Rhythmen vor dem Recklinghäuser Rathaus: Diese Gruppe heizte den Karnevalisten kräftig ein.

Rosenmontagszug

40.000 Jecken feiern rund um die Wälle

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RECKLINGHAUSEN - Leicht haben sich die Verantwortlichen die Entscheidung am Vormittag sicher nicht gemacht: Letztlich folgte man dem Vorbild der Karnevalshochburgen und ging mit einer zweistündigen Verschiebung den ganz großen Windstärken aus dem Weg. Und das hatte Folgen...

Und zwar auf die Besucherzahl, die möglicherweise durch eine ebenfalls beschlossene Reduzierung auf eine Wall-Runde nicht annähernd so groß war wie in den Vorjahren, und auf die Zahl der vor allem jugendlichen Alkoholopfer, die in diesem Jahr deutlich höher war als zuletzt.

Für Thomas Teufert vom Deutschen Roten Kreuz (DRK) liegt die Erklärung für den gestiegenen Missbrauch auf der Hand: „Die jungen Leute haben bis zum Beginn des Zugs zwei Stunden länger getrunken, und das bekommt nicht wirklich jedem.“ Doch immerhin: Der Zug fand statt, und er war trotz des geschwundenen Publikums allemal gelungen. Wie viele Menschen letztlich an den Wällen standen und auf Popcorn, Bonbons und manchmal auch Tempo-Taschentücher (?) hofften, war wie immer schwer zu ermitteln, doch die Zahl von 70.000, die von Polizei und Stadt gleichermaßen genannt wurde, erscheint als deutlich zu hoch gegriffen. Wir schätzen: Es waren nicht mehr als 40.000 Besucher. Aber die hatten bei längst abgeflautem Wind und regenfreier Witterung definitiv ihren Spaß: Angeführt von Zugleiter Manfred Bittner und Bürgermeister Christoph Tesche präsentierte sich der Zug in gewohnter Länge und mit den unterschiedlichsten Mitstreitern. Naturgemäß zogen die Wagen der großen Karnevalsgesellschaften das meiste Interesse auf sich:

Die Gro-Re-Ka ging mit Präsident Patrick Gruner als lebendem Schiffshorn auf große Fahrt, auch die Poahlbürger schmissen das Süßzeugs im großen Stil weg, und die Roten Funken hatten gar eine Art Mottowagen, mit dem sie den missglückten Kreishaus-Abriss thematisierten. Sehr ansehnlich präsentierten sich aber auch die Altstadtblüten, die als Altstadtmatrosinnen gingen. Zwischendrin: Delegationen aus Herten, Straelen und aus Oer-Erkenschwick, deren Wagen die eherne Weisheit schmückte: „Einmal Pottler – immer Pottler“.

Stimmungsvoller Höhepunkt des Zuges war wie immer die Passage des jecken Nadelöhrs – zwischen Kolpinghaus und Gymnasium Petrinum. Hier war von Aggressivität nichts zu spüren, an anderen Stellen in der Innenstadt blieb das nicht so: An der Martinistraße/Ecke Friedhofstraße kam es zu einem Handgemenge, an dessen Ende einer der Beteiligten ins Krankenhaus musste. Insgesamt landeten vier Personen vorübergehend im Gewahrsam. Aber: Für die Polizei waren das letztlich keine außergewöhnlichen Vorkommnisse.

Das DRK, das respektable 65 Mitarbeiter, zwei Notärzte und acht Rettungsfahrzeuge aufgeboten hatte, behandelte an den beiden Standorten hinter der Alten Feuerwache und an der Hohenzollernschule 14 Personen. In zwölf Fällen war dafür ein Übermaß an Alkoholkonsum verantwortlich, in zwei Fällen wurden die Patienten gar ins Krankenhaus überwiesen. Eine Person war gestürzt und hatte sich dabei ein gefährliches Schädel-Hirn-Trauma zugezogen.

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