Rückblick

Das Gerichtsjahr 2018 war aufregend

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RECKLINGHAUSEN - Raub, Mord, Brandstiftung: Das Gerichtsjahr 2018 war voller Emotionen. Vor allem der spektakuläre Überfall auf den Juwelier „Exner“ ist sicherlich vielen in Erinnerung geblieben. Aber es gab auch noch viele weitere Höhepunkte. Wir stellen exemplarisch vier Fälle vor.

Völlig skrupellos hatten sich die fünf „Exner-Räuber“ gezeigt, die im Februar zu Haftstrafen von bis zu fünf Jahren und zehn Monaten verurteilt wurden. Der Juwelier-Coup war damals „live“ von einem gegenüberliegenden Geschäft gefilmt worden, die Datei kurz danach in Netz zu einem Klickmagneten geworden. Dass er einen der bewaffneten Räuber noch verfolgt hat, beschrieb Juwelier Exner vor Gericht so: „Ich weiß, so was soll man nicht tun. Aber ich habe mir gedacht: Schieß‘ doch. Du triffst mich sowieso nicht.“

Psychisch kranker Serienbrandstifter gefasst

Der Augenzeuge des Jahres könnte sich mit Fug und Recht auch eine Visitenkarte mit dem Titel „Lebensretter“ anfertigen lassen. Der Fahrgast hatte aus einem fahrenden Zug beobachtet, dass ein erster von 14 unweit vom Hauptbahnhof von Recklinghausen abgestellten und mit Butangas (!) gefüllten Kesselwagen Feuer gefangen hatte. Sein Alarm verhinderte eine größere Katastrophe. Spurenuntersuchungen führten später zu einem psychisch kranken Serienbrandstifter. Im Juni wurde der Mann in die geschlossene Psychiatrie eingewiesen.

Ohr abgebissen

Die sprichwörtlich bissigste Geschichte spielte sich im April vor dem Amtsgericht ab. Ein Familienvater biss einem anderen Mann im Stile von Box-Champion Mike Tyson ein Viertel des linken Ohres ab. Das Duo war sich schon vor einem Gewaltschutztermin draußen über den Weg gelaufen. Die Ärzte hatten das Ohrstückchen zwar noch einmal wieder angenäht, doch der Körper stieß es wieder ab. Anfang Juli wurde der „Beißer von Recklinghausen“ verurteilt. Die Strafe: anderthalb Jahre Haft auf Bewährung.

Unschuld beteuert

Das härteste Urteil war gleichzeitig das umstrittenste. Nach der Tötung eines Rentner-Paars ist ein Handwerker aus Recklinghausen im August wegen Mordes zu lebenslanger Haft verurteilt worden. Die Senioren waren gewürgt, niedergestochen und zu Tode getreten worden. Die Richter bewerteten eine Blutspur an den Schuhen des Recklinghäusers als Hauptindiz. Der Angeklagte dagegen beteuerte bis zuletzt seine Unschuld. Während der Urteilsbegründung hatte er immer wieder dazwischengerufen. Aktuell liegt der Fall beim Bundesgerichtshof.

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