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Früher Hartmann, danach Ontex, jetzt noch Runners Point: Doch wer zieht demnächst in die Blitzkuhlenstraße 205 (oben r.) ein? Luftbild: Gutzeit

Runners Point

Hochregallager vor dem Aus

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RECKLINGHAUSEN - Mit einer großen Eröffnungsparty hatte Runners Point Anfang 2015 das neue Hochregallager an der Blitzkuhlenstraße eingeweiht. Vier Jahre später ist die Euphorie gewichen, der Rückzug steht bevor.

Zwar heißt es aus der Unternehmenszentrale an der Tiroler Straße, dass in dieser Hinsicht noch keine definitive Entscheidung gefallen sei, doch es sickerte durch, dass die ersten Interessenten für eine mögliche Nachfolge-Vermietung bereits durch die Hallen gelaufen seien. Geschäftsführer Jacobus M. A. van der Staak weilt derzeit im Urlaub, eine Nachfrage per E-Mail blieb unbeantwortet.

Sicher ist: Auch wenn Runners Point, das sein Geld vorrangig mit Sportschuhen verdient, das Gebäude noch nutzt, so wird es doch schon von diversen Immobilienfirmen zur Vermietung angeboten. Wann genau ein neuer Mieter einziehen könne, sei unklar. Aber bis zum Ende des Jahres 2019 sei das Lager leergezogen, heißt es auf Rückfrage. Und der Mietpreis für 22.000 m² Nutzraum, von denen gut 18.000 m² Lagerfläche sind, sei verhandelbar.

Unvergessen ist, dass diese Gewerbeimmobilie eine sehr emotionale Vergangenheit hat. Noch bis Anfang 2013 hatten dort rund 320 Mitarbeiter jährlich bis zu einer Milliarde Babywindeln produziert, doch dann hatte die Ontex-Gruppe, die die Windel-Herstellung erst zehn Jahre zuvor von der Paul-Hartmann AG übernommen hatte, aus heiterem Himmel einen Schlussstrich gezogen.

Für viele Recklinghäuser, darunter auch der spätere Bürgermeister Christoph Tesche, war das ein Schlag ins Gesicht, weil das Ontex-Werk in dieser Stadt gute Zahlen geschrieben hatte. Umso erfreuter war der Bürgermeister zwei Jahre später, als Runners Point sich mit der Übernahme der Immobilie anschickte, von Recklinghausen aus den Sportschuh-Markt in ganz Europa zu erobern: „Dass Runners Point die Expansion von hier aus forciert, (...) nährt die Hoffnung, dass uns das erfolgreiche Unternehmen mit seiner Zentrale auch längerfristig erhalten bleibt“, sagte er im Januar 2015.

Zwar könnte Runners Point auch wieder die alten Lagerhallen nutzen, die es wohl noch im Wiener Viertel gibt, doch wie die kurz- und mittelfristigen Planungen grundsätzlich aussehen, weiß man wohl am ehesten im niederländischen Vianen bei Utrecht, wo das börsennotierte US-Unternehmen Foot Locker seine Europa-Zentrale hat. Die Handelskette von Ladengeschäften im Sportbereich hatte Runners Point im Jahr 2013 übernommen.

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